Franken-Aufwertung: Wirtschaft hofft auf gute Geschäfte

Hagen..  Die spektakuläre Freigabe des Frankenkurses lässt deutsche Unternehmen auf gute Geschäfte hoffen, treibt einige Städte und Gemeinden in NRW aber noch tiefer in finanzielle Nöte. Der Grund: Kredite, die sie in Schweizer Franken aufgenommen haben, sind auf einen Schlag deutlich teurer geworden. Besonders hohe Fremdwährungskredite verzeichneten Essen und Bochum, betroffen sind aber unter anderem auch Kreuztal und Herdecke.

Für deutsche Firmen ist der teurere Franken ein Konjunkturprogramm. Exporte in die Schweiz werden günstiger. Auch südwestfälische Firmen profitieren. So freut sich Sascha Steinberg, Marketing-Chef beim Elektrogerätehersteller Severin aus Sundern: „Das macht uns den Marktzugang leichter.“

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am Donnerstag überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben. Er war ursprünglich eingeführt worden, um die Exportwirtschaft des Alpenlandes vor einem allzu starken Franken zu schützen. Bei einer starken einheimischen Währung werden Ausfuhren ins Ausland teurer.

An der deutschen Börse sorgte die Freigabe des Franken für weiter steigende Kurse. Der deutsche Leitindex Dax konnte gestern ein Rekordhoch erklimmen. Zeitweise kletterte das Börsenbarometer auf mehr als 10 200 Punkte, es schloss schließlich bei 10 168.

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