Foodwatch kritisiert „Bündnis für Verbraucherbildung“

Auch der Fastfood-Experte Mc Donalds  berät über verantwortungsvollen Konsum.
Auch der Fastfood-Experte Mc Donalds berät über verantwortungsvollen Konsum.
Foto: WAZ FotoPool
Ausgerechnet die Fastfood-Kette McDonalds und Lebensmittelkonzerne sollen neben Verbraucherberatungen künftig Schüler über verantwortlichen Konsum und Ernährung beraten. Ministerin Ilse Aigner stellt heute das „Bündnis für Verbraucherbildung“ vor. Foodwatch übt scharfe Kritik.

Berlin.. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) für das geplante „Bündnis für Verbraucherbildung“. Es soll Schüler über verantwortlichen Konsum informieren, Unternehmen wie McDonald’s, Edeka und Metro sind Mitglieder der Vereinigung. „Unverfrorener kann man den Bock nicht zum Gärtner machen“, sagte dazu der stellvertretende Geschäftsführer von Foodwatch, Matthias Wolfschmidt.

Das Bündnis wird am heutigen Dienstag 9.30 Uhr auf einer Pressekonferenz an einer Berliner Schule vorgestellt. Neben den Verbraucherzentralen der Bundesländer gehören ihm unter anderem Unternehmen aus dem Bereich Ernährung sowie Industrie- und Handelsverbände an.

Das Bündnis solle Konsumkompetenzen von Schülern und das Thema Verbraucherschutz insgesamt stärken, sagte ein Sprecher der deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Dazu gehöre auch der Bereich Ernährung.

„Zügellose Werbemaschine für süßes und fettiges Essen“

„Statt der zügellosen Werbemaschine für süßes und fettiges Kinder-Junkfood endlich Grenzen zu setzen, ebnet Frau Aigner McDonald’s und Edeka den Weg in die staatlichen Schulen, um ihnen die ‘Ernährungsbildung’ schon von Grundschülern zu überlassen“, kritisierte Wolfschmidt. Die Lebensmittelwirtschaft bringe Kinder bereits heutzutage ständig dazu, einen ungesunden Ernährungsstil zu lernen. „Mit dieser falschen ‘Ernährungsbildung’ sehen sich Eltern und Lehrer ständig konfrontiert.“

Das Bündnis will nach eigenen Angaben Verbraucherkompetenzen stärken. Dazu soll es Projekte an Schulen und mit Schülern geben. Zudem sollen Lehrer unterstützt werden. (dapd)

 
 

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