„Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet“ leistet Hilfe in Kurdistan

Essen.  Die autonome Region Kurdistan zählt nur fünf Millionen Einwohner. Trotzdem hat der Norden Iraks 1,8 Millionen Menschen aufgenommen – Iraker aus anderen Landesteilen und zahlreiche Syrer –, die vor dem IS-Terror flohen. Unruhen habe es in der Provinz Dohuk trotz des Bevölkerungszuwachses nicht gegeben, berichtete der zuständige Gouverneur Farhad Atrushi gestern bei seinem Besuch des Essener Chemiekonzerns Evonik. Auf Hilfe ist die Provinz, in der 22 der 29 Flüchtlingscamps in Kurdistan angesiedelt sind, jedoch dringend angewiesen.

Und die kommt auch aus dem Revier: Gemeinsam sammelten Leser dieser Zeitung, Unternehmen und Städte Geld, um ein Projekt der Caritas und des Landtagsabgeordneten Serdar Yüksel (SPD) zu unterstützen. Evonik-Chef Klaus Engel ist einer der Schirmherren des Projekts. Durch die Initiative „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet“ konnten in Dohuk bislang 62 Container und eine Bäckerei gebaut werden. Ziel ist es, 100 Wohnräume aufzustellen. In Dohuk stehen bereits 502 Container, in denen größtenteils jesidische Familien leben. Die Funke Mediengruppe, zu der diese Zeitung gehört, sicherte 25 000 Euro zu.

„Die Lage in Ramadi und Mossul ist sehr dramatisch“, sagt Gouverneur Atrushi. Im Kampf gegen den IS müssten Soldaten monatelang auf Gehälter verzichten, die Peschmerga seien zudem schlecht ausgerüstet. „Trotz dieser Schwierigkeiten ist es uns durch den Zusammenhalt in der Bevölkerung gelungen, den IS zu bekämpfen.“ Atrushi hofft dabei auch in Zukunft auf Hilfe aus dem Ausland. „Am besten ist es, wenn man die Ursachen vor Ort bekämpft. Und zwar gemeinsam.“

 
 

EURE FAVORITEN