„Flatrate-Mentalität“ von Patienten angeprangert

Im internationalen Vergleich gehen die Deutschen besonders häufig zum Arzt.
Im internationalen Vergleich gehen die Deutschen besonders häufig zum Arzt.
Foto: dpa
Woran krankt das Gesundheitssystem? An einem Nebeneinander von Über-, Unter- und Fehlversorgung, sagt ein Experte. Er kritisiert auch viele Patienten.

Essen.. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates Gesundheit von Bundestag und Bundesrat hat dem deutschen Gesundheitssystem „organisierte Verantwortungslosigkeit“ attestiert. „Wir haben falsche Anreizmodelle für Ärzte, zu viele Krankenhäuser und viel zu viele unnötige Leistungen“, sagte Ferdinand M. Gerlach der WAZ. Der Hauptkostentreiber im Gesundheitswesen sei nicht die alternde Bevölkerung, sondern ein bedenkliches Nebeneinander von Über-, Unter- und Fehlversorgung.

Der Frankfurter Mediziner, der am Montagabend auf dem Politischen Forum Ruhr in Essen sprach, kritisierte auch die „Flatrate-Mentalität“ vieler Patienten. Die Zahl der Arztbesuche pro Einwohner sei international rekordverdächtig. An Spitzentagen säßen bis zu zwölf Prozent der Bevölkerung in den Wartezimmern.

Das im weltweiten Vergleich nach wie vor gute deutsche Gesundheitssystem verleite Mediziner zudem zur „Flucht in die Menge“ und zwinge Ärzte und Patienten in ein „Hamsterrad“. Die Qualität bleibe auf der Strecke. „Zuhören, Abwarten, Gespräche führen, Prävention – all das wird nicht belohnt“, sagte Gerlach. In Deutschland dauere ein Hausarzt-Patient-Kontakt durchschnittlich neun Minuten, in Schweden 29 Minuten.

 
 

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