Feuerwehr angerückt, Haus geräumt - Toastergate im Bundestag

Toaster sind im Bundestag strikt untersagt. Doch nicht jeder hält sich an das Verbot.
Toaster sind im Bundestag strikt untersagt. Doch nicht jeder hält sich an das Verbot.
Foto: Thinkstock
Das wahre Problem sind die Toaster. Das hat der Brandschutzbeauftragte des Bundestages erkannt. Doch seine Kollegen erkennen den Ernst der Lage nicht.

Berlin.. Die Vorwürfe wiegen schwer, umso mehr, da sie nicht von irgendjemandem, sondern vom Brandschutzbeauftragten persönlich erhoben werden. "Anfang des Jahres", schreibt Markus Klose in einer Hausmitteilung an die 8000 Beschäftigten des Bundestages, "kam es zum wiederholten Mal durch den unerlaubten Betrieb eines privaten Toasters zur Alarmierung der Feuerwehr und zur Räumung einer Liegenschaft des Deutschen Bundestages."

#Toastergate im Bundestag! Das Betreiben elektrischer Brot-Röst-Maschinen ist im deutschen Parlament untersagt. "Es dürfen nur die nach Brandschutzordnung zugelassenen privaten elektrischen Geräte betrieben werden", so Klose in seinem Schreiben weiter. Dazu gehören Wasserkocher und Kaffeemaschinen, nicht aber Toaster.

Da hilft es auch nicht, auf "Prüfplaketten bezüglich der elektrischen Sicherheit" zu verweisen. Diese, da kennt Klose kein Pardon, stellten "keine Erlaubnis für ein privates elektrisches Gerät dar". Und keiner soll behaupten, er habe das nicht gewusst. Schließlich werde darauf "auch in den ankündigenden Hausmitteilungen zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte explizit hingewiesen."

Kaffeemaschinen müssen bewacht werden

Selbst der Betrieb zulässiger privater elektrischer Geräte erfordert im Bundestag Ausdauer und personelle Kapazitäten: Wasserkocher, Kaffee und Teemaschinen seien "ständig (Fettung im Original, Anm. d. Red.) zu überwachen, um zum Beispiel bei einem eventuellen Entstehungsbrand sofort eingreifen zu können."

Ganz spitzfindige Kollegen könnten nun anmerken, dass ein Schwelbrand ja auch bei Geräten denkbar sei, die nicht zur Erwärmung von Heißgetränken gedacht seien, sondern der Erfüllung des Tagwerks dienen. Doch auch daran hat der Brandschutzbeauftragte gedacht: Diese Regeln "gelten selbstverständlich auch für alle dienstlichen wärmeerzeugenden Geräte."

Das Bundestagspersonal scheint den Ernst der Lage indes nicht erkannt zu haben. Die CDU-Abgeordnete Christina Schwarzer twitterte am Montag "Nochmal für alle: Bitte keine Toaster im Bundestag!!" Ihre Kollegin von den Grünen, Tabea Rößner, schrieb: "Das Büro ist zurzeit schwer erreichbar. Wir müssen die Kaffeemaschinen und Wasserkocher 24/7 überwachen. Darauf einen Toast."

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