Düsseldorf

Ende der Kooperation mit Ditib? FDP in NRW kündigt „knallharte Auseinandersetzung“ mit Verband an

Der Islamverband Ditib hat sich mit seiner Absage der Teilnahme an der Anti-Terror-Demonstration in Köln parteiübergreifende Kritik zugezogen.
Der Islamverband Ditib hat sich mit seiner Absage der Teilnahme an der Anti-Terror-Demonstration in Köln parteiübergreifende Kritik zugezogen.
Foto: Marius Becker / dpa
  • Die neue NRW-Landesregierung will ihren Dialog mit islamischen Verbänden hinterfragen
  • Im Fokus steht der Islam-Dachverband Ditib

Düsseldorf.  Die neue schwarz-gelbe Koalition in Nordrhein-Westfalen will nach einem Bericht von „Bild.de“ die Zusammenarbeit mit dem größten Islam-Dachverband in Deutschland, Ditib , prüfen. Die Kooperation mit dem Verband, der der türkischen Religionsbehörde in Ankara untersteht, könne so wie bisher nicht fortgesetzt werden.

NRW-FDP-Fraktionsvize Joachim Stamp sagte laut „Bild.de“ am Wochenende auf einer Essener Parteiversammlung: „Wir brauchen eine knallharte Auseinandersetzung mit den Verbänden, die bisher die Integrationspolitik gemacht haben.“ Stamp mahnte: „Wir werden mit Ditib so nicht mehr weitermachen.“ Ein Sprecher der NRW-FDP bestätigte die Zitate am Sonntag.

Ditib wirkt an Unterrichtsgestaltung mit

Der 46-jährige Stamp wird als neuer NRW-Integrationsminister und Vize-Ministerpräsident gehandelt. Bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU war er Verhandlungsführer seiner Partei. Ditib ist über einen Beirat auch an der Erarbeitung von Vorgaben für den Islamunterricht an NRW-Schulen beteiligt. Nach den Spitzelvorwürfen gegen Ditib-Imame hatte der Verband aber erklärt, seinen Sitz ruhen zu lassen.

Wegen zu großer Nähe zur türkischen Regierung hatten CDU und FDP bereits zu Zeiten der rot-grünen Landesregierung das Ende dieser Einflussnahme gefordert. SPD-Innenminister Ralf Jäger hatte schon bei einem Präventionsprogramm in Köln die Kooperation beendet. Jugendliche sollten mit dem Programm „Wegweiser“ vor dem Abdriften in den gewaltbereiten Salafismus geschützt werden, der Moscheeverband war Träger des Programms in Köln. In einem Comic des Programms wurde aber nach Ansicht von Kritikern der Märtyrertod verteidigt.

„Mit dieser Kaste keine vernünftige Integrationspolitik“

„Mit dieser Kaste von Funktionären ist keine vernünftige Integrationspolitik zu machen“, sagte Stamp vor den FDP-Anhängern. Dies habe gerade erst der Ditib-Boykott bei der Kölner Demonstration der Muslime gegen den islamistischen Terror gezeigt. Ditib war heftig dafür kritisiert worden, dass der Verband den Demoaufruf mit Verweis auf die Fastenzeit abgelehnt hatte.

Stamp sagte, die neue Landesregierung werde den Dialog und die Zusammenarbeit nur mit solchen Verbänden suchen, „die die Interessen der Muslime tatsächlich vertreten“ (dpa/law)

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