Fall Walter Lübcke (CDU): Tatverdächtiger soll Mord gestanden haben – Polizei geht von rechtsextremistischem Hintergrund aus

CDU-Politiker Walter Lübcke wurde auf seiner Terrasse ermordet.
CDU-Politiker Walter Lübcke wurde auf seiner Terrasse ermordet.
Foto: imago images / Hartenfelser

Im Fall Walter Lübcke (†65) haben SEK-Beamte am Samstag in Kassel einen Tatverdächtigen (45) festgenommen.

Der Tatverdächtige soll jetzt den Mord an dem Regierungspräsidenten gestanden haben. Das berichteten Teilnehmer am Mittwoch aus einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses unter Berufung auf Generalbundesanwalt Peter Frank.

Walter Lübcke auf Terrasse in Kopf geschossen und getötet: Tatverdächtiger soll gestanden haben

Die Ermittler gehen von einem „rechtsextremistischen Hintergrund“ aus, wie die Bundesanwaltschaft kurz nach der Festnahme des Mannes mitteilte. Grundlage seien das Vorleben und frühere Äußerungen des festgenommenen 45 Jahre alten Mannes.

Fall Walter Lübcke: Falle der SEK-Beamte schnappt nachts zu

„Die Festnahme erfolgte aufgrund eines DNA-Spurentreffers“, teilten die Behörden der Deutschen Presse-Agentur mit.

Am Montag war bekannt geworden, dass der Generalbundesanwalt Peter Frank die Ermittlungen im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke übernommen hat.

Verdächtiger wurde in Dortmund straffällig

Wie der Spiegel berichtet, führt auch eine Spur nach Dortmund. Demnach stand der Tatverdächtige 2009 unter Verdacht, zusammen mit 400 Autonomen Nationalisten eine Demo des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DBG) angegriffen zu haben.

Es folgte eine siebenmonatige Bewährungsstrafe wegen Landfriedensbruchs. Seither sei er nicht mehr extremistisch aufgefallen, erfuhr der Spiegel aus Sicherheitskreisen.

Dokumente und technische Geräte des Verdächtigen werden nun untersucht. Offen sei, ob sich aus dem Kontakt zur rechten Szene auch ein Motiv herleiten lässt.

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Erster Tatverdächtiger bereits entlassen

Es ist nicht die erste Festnahme im Fall Walter Lübcke. Bereits in der Vorwoche hatten die Ermittler einen Tatverdächtigen nach Analyse von Daten auf dem Smartphone des getöteten CDU-Politikers abgeführt.

Allerdings konnten die Beamten dem Mann nichts nachweisen. Er kam wieder auf freien Fuß. Danach soll ein mysteriöser SEK-Einsatz auf einer Fähre zur Nordseeinsel Wangerooge im Zusammenhang mit dem Fall gestanden haben. Mehr dazu liest du hier >>>

Walter Lübcke auf eigener Terrasse hingerichtet

Walter Lübcke starb in der Nacht auf den 1. Juni an den Folgen eines Kopfschusses aus nächster Nähe gestorben. Alles geschah auf der Terrasse des Kasseler Regierungspräsidenten.

Warum er sich in der Dunkelheit draußen aufhielt, ob er Besuch hatte oder nur eine Zigarette rauchen wollte, das ist Gegenstand der Ermittlungen.

Walter Lübcke leitete vor seinem Tod zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel, eine Verwaltungsbehörde auf zwischen dem Land Hessen und den Gemeinden.

Nach seinem Tod hatten hasserfüllte und hämische Reaktionen aus der rechten Szene im Internet für Empörung gesorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, wie sich manche in sozialen Netzwerken geradezu hermachten über dessen Tod, sei „zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig“. (ak/pen/dpa/fb)

 
 

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