Fall Peggy: Ungeklärte Morde werden untersucht

Bayreuth.  Nach dem spektakulären Fund von DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der getöteten Schülerin Peggy stehen die Ermittler vor vielen ungelösten Rätseln. Ungeklärte Straftaten sollen neu aufgerollt werden. Anwälte von Angehörigen der NSU-Opfer im Prozess um die rechtsextreme Mordserie und Mitglieder diverser Untersuchungsausschüsse kündigten Fragen oder Beweisanträge an. Geklärt werden muss auch, ob möglicherweise eine Verunreinigung den brisanten DNA-Treffer ausgelöst haben könnte.

„Dass jetzt der Verdacht besteht, dass einer der NSU-Terroristen auch noch der Mörder der kleinen Peggy sein könnte, ist unfassbar“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Peggys Mutter zeigte sich „tief erschüttert“ über den brisanten Fund. „Meine Mandantin benötigt Zeit, diese neuen Entwicklungen zu verarbeiten“, teilte ihre Anwältin Ramona Hoyer mit.

Zuvor war bekannt geworden, dass am Fundort der Skelettteile des 2001 verschollenen Mädchens aus Oberfranken Genmaterial von Böhnhardt entdeckt worden war.