Gruselig! Mit diesem Codewort lösten die Islamisten den Terror-Alarm am Limbecker Platz aus

Schwer bewaffnete Polizisten sicherten während des Terroralarms das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen.
Schwer bewaffnete Polizisten sicherten während des Terroralarms das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen.
Foto: Bernd Thissen / dpa
  • Ein Dschihadist chattete auf Facebook mit einem V-Mann des Verfassungsschutzes
  • Zwei „libanesische Brüder“ würden zuschlagen, schrieb er. Das Codewort sei Baqiya
  • Das Shoppingcenter am Limbecker Platz war den gesamten Samstag über gesperrt worden

Berlin.  Der Terroralarm mit Großeinsatz der Polizei im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz am vergangenen Samstag wurde laut einem Medienbericht aufgrund eines Chats zwischen dem Dschihadisten Imran-Rene Q. (24) und „einer Quelle des Bundesamts für Verfassungsschutz“ ausgelöst. Dies berichtet der „Spiegel“.

Das Shoppingcenter, eines der größten in NRW, war den gesamten Samstag über gesperrt und von schwer bewaffneten Polizisten abgeriegelt gewesen.

Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, schrieb der aus Oberhausen stammende Q., der in Syrien für den Islamischen Staat (IS) kämpfe, am Donnerstag vor dem Alarm via Facebook seinem Kontakt: „Wenn es klappt, Inschallah, dann in zwei Tagen Essen Zentrum, die große Einkaufshalle.“ Dort würden „zwei libanesische Brüder“ zuschlagen, der Kontaktmann solle sie finden. „Codewort ist Baqiya.“ Mehr könne er derzeit nicht sagen.

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Anleitung zum Bombenbau verschickt

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hat laut „Spiegel“ der im Frühjahr 2015 nach Syrien ausgereiste Q. seinem Facebook-Kontakt schon vor Monaten eine Anleitung zum Bombenbau geschickt und versucht, ihn zu Anschlägen zu überreden. Deshalb habe der Verfassungsschutz die aktuelle Ankündigung „sehr ernst“ genommen.

Einen Tag später hat der Dienst laut dem Bericht die Polizei informiert, die das Einkaufszentrum abriegelte. Allerdings halten sich laut „Spiegel“ bei den Behörden Zweifel, ob es das von Q. erwähnte Anschlagsteam tatsächlich gibt. Dagegen spreche, dass Q. auch auf Nachfrage des getarnten Geheimdienstmitarbeiters keine Details wie Namen oder Nummern der „libanesischen Brüder“ mitgeteilt habe.

Keine Alternative zum Großeinsatz

Womöglich, so mutmaße der Verfassungsschutz, handelte es sich um einen Test, mit dem Q. seinen Gesprächspartner überprüfen wollte, mit dem er bereits seit Monaten chattet. Dennoch sei der Großeinsatz in Essen alternativlos gewesen. Das Risiko, dass Q. noch andere Kontaktleute instruiert haben könnte, habe niemand eingehen wollen. (W.B.)

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