Klimaaktivist schockt mit geschmackloser Holocaust-Aussage – das hat Konsequenzen

„Extinction Rebellion“-Aktion in Großbritannien. Der Gründer der Klimaaktivisten-Gruppierung hat jetzt für einen Skandal gesorgt.
„Extinction Rebellion“-Aktion in Großbritannien. Der Gründer der Klimaaktivisten-Gruppierung hat jetzt für einen Skandal gesorgt.
Foto: dpa

Roger Hallam, Mitgründer der Klima-Aktivistenbewegung „Extinction Rebellion“, hat mit einer unfassbar geschmacklosen Aussage zum Holocaust für einen Skandal gesorgt.

Der Klima-Aktivist sagte gegenüber der „Zeit“ über Genozide: „Um ehrlich zu sein, könnte man sagen: Das ist ein fast normales Ereignis.“ Der Holocaust sei „just another fuckery in human history“ („nur irgendein weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte“).

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„Extinction Rebellion“: Holocaust nur „ein weiterer Scheiß“

Das deutsche Verhältnis zur NS-Vergangenheit empfinde er als schädlich. „Das Ausmaß dieses Traumas kann lähmen", so Hallam im Interview, in dem er immer wieder auf den Holocaust zu sprechen kam - und ihn relativierte.

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„Extinction Rebellion“ ("XR")

  • 2018 in Großbritannien gegründet
  • „XR“ zeigt sich solidarisch mit „Fridays for Future“
  • Auch Klimaaktivistin Greta Thunberg trat gemeinsam mit den Aktivisten auf
  • Die Bewegung propagiert gewaltfreie Proteste
  • Kritiker sagen, „XR“ sei nur auf Bedürfnisse der weißen Mittelschicht abgestimmt und sei wenig inklusiv

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Dass die Deutschen sich angesichts des Holocausts für einzigartig hielten, tue ihnen nicht gut. Es sei eine Tatsache, „dass in unserer Geschichte Millionen von Menschen unter schlimmen Umständen regelmäßig umgebracht worden sind."

„Extinction Rebellion“ als „Endzeit-Sekte“

Vor allem die britische Urversion von „Extinction Rebellion“ gerät wegen teils arg rigoroser Ideen und einer sehr ideologisch geprägten Weltsicht in die Kritik. Die ehemalige Grüne Jutta Ditfurth hatte „Extinction Rebellion“ gar als „Endzeit-Sekte“ bezeichnet. Eine Aussage, die überraschte: Immerhin war Grünen-Mitgründerin Jutta Ditfurth aus der Partei ausgetreten, weil sie ihr nicht links genug war.

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Den bekannten Köpfen von „Fridays for Future“ wurde immer wieder vorgeworfen, sich zu wenig von der deutlich radikaleren Bewegung abzugrenzen. „Fridays for Future“-Organisatorin Luisa Neubauer etwa hatte zuletzt in der Talksendung von Markus Lanz keine klare Stellung zu der Gruppierung bezogen, was Kritiker ihr vorhielten.

Deutscher Ableger distanziert sich deutlich

Der deutsche Ableger von „Extinction Rebellion“ indes positionierte sich klar. Bei Twitter schreibt „Extinction Rebellion Deutschland“: „Wir distanzieren uns entschieden von Roger Hallams verharmlosenden und relativierenden Äußerungen zum Holocaust. Er verstößt damit gegen die Prinzipien von XR, die Antisemitismus nicht dulden, und ist bei XR Germany nicht mehr willkommen.“

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Und weiter: „Was unsere Arbeit in der letzten Zeit so oft gelähmt hat, waren vor allem Statements von Roger Hallam selbst, aber bestimmt nicht die Erinnerung an den systematischen Massenmord an Millionen jüdischer Menschen in unserem Land.“

 
 

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