Extinction Rebellion: Aktivisten blockieren ausgerechnet HIER – „Seid ihr wirklich so dumm?“

Bei Protesten von „Extinction Rebellion“ in London eskalierte die Lage.
Bei Protesten von „Extinction Rebellion“ in London eskalierte die Lage.
Foto: imago images / ZUMA Press

London. Die Aktivisten von „Extinction Rebellion“ haben zuletzt mit prominenten Blockaden in Berlin auf sich aufmerksam gemacht. Die Klima-Aktivisten blockierten dabei den Großen Stern sowie den Potsdamer Platzer - und legten den Verkehr in der deutschen Hauptstadt damit zwischenzeitlich fast lahm.

Allerdings blieb der Protest von „Extinction Rebellion“ friedlich und die Bevölkerung reagierte gelassen auf die Einschränkungen in der Stadt. Ganz anders die Situation am Donnerstagmorgen bei einer Aktion von „Extinction Rebellion“ in der britischen Hauptstadt London. Dort suchten die Klimaschützer sich allerdings auch ein ungewöhnliches Ziel aus - sie unterbrachen ausgerechnet den öffentlichen Nahverkehr der Millionenmetropole. Und das während des Berufsverkehrs.

„Extinction Rebellion“: Bürger reagieren mit Unverständnis

Dazu kletterten einige der Aktivisten teilweise auf Pendlerzüge, um deren Ausfahrt zu stoppen. Wie der britische „Guardian“ berichtete, kam es dabei zu Auseinandersetzungen zwischen „Extinction Rebellion“ und genervten Pendlern.

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Die waren wohl überrascht, dass ausgerechnet der klimafreundliche Nahverkehr Ziel des Protests wurde.

Videos auf Twitter zeigen, wie wütende Pendler die Aktivisten beschimpfen. „Ihr benutzt doch auch Handys. Alles diese Dinge, die ihr kritisiert. Ihr seid Heuchler“, schimpft ein Mann. Und ein anderer wütet: „Seid ihr wirklich so dumm? Ihr stoppt einen elektrischen Zug.“ Teilweise eskalierte die Situation auch derart, dass wütende Bürger die Aktivisten von den Zügen zogen.

Bürgermeister kritisiert Aktion

Gegenüber dem „Guardian“ rechtfertigt eine der Aktivistinnen, Ruth Jarman, die Aktion damit, dass die Züge in den Londoner Finanzdistrikt fahren würden.

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Im Zuge der Aktion wurden vier Menschen festgenommen. Auch der Bürgermeister von London, Sadiq Kahn, kritisierte die Aktion: „Ich verurteile die Aktion der Protestler von Extinction Rebellion, die heute morgen unsere U-Bahn und den Nahverkehr ins Visier genommen haben. Diese illegale Aktion ist extrem gefährlich, kontraproduktiv und verursacht inakzeptable Probleme für Londoner, die den Nahverkehr nutzen, um zur Arbeit zu kommen.“

Selbst Fergal McEntee, Sprecher von „Extinction Rebellion“, kritisierte die Aktion im Nachhinein. Im Gespräch mit „LBC“ sagte er, die Aktion sei „ein massives Eigentor“ gewesen.