Klaus Kinkel ist tot – Ex-Außenminister starb im Alter von 82 Jahren

Ex-Außenminister Klaus Kinkel ist tot.
Ex-Außenminister Klaus Kinkel ist tot.
Foto: dpa

Klaus Kinkel ist tot. Der ehemalige Bundesaußenminister von der FDP starb am Montag im Alter von 82 Jahren.

Das teilte der FDP-Chef Christian Lindner unter Berufung auf Klaus Kinkels Familie am Dienstag mit.

Ex-Außenminister Klaus Kinkel ist tot – Christian Lindner trauert um „aufrechten“ Mann

Christian Lindner bezeichnete den ehemaligen Außenminister der Bundesrepublik am Dienstag als „aufrechten und bescheidenen Mann mit Charakter“: „Der Tod von Klaus Kinkel geht mir nahe“, gibt der FDP Chef bei Twitter zu und weiter: „Ich habe ihm viel zu verdanken.“

Auch die Bundestagsfraktion der FDP bekundete ihre Trauer um Klaus Kinkel bei Twitter: „Er bleibt unvergessen.“

Klaus Kinkels Beerdigung soll im engsten Kreis stattfinden – auf dessen ausdrücklichen Wunsch.

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Die politische Karriere von Klaus Kinkel

Klaus Kinkel war von 1992 bis 1998 Bundesaußenminister und ab 1993 Vizekanzler der schwarz-gelben Regierung um Kanzler Helmut Kohl.

Bevor er Minister wurde, gehörte Kinkel bereits lange Zeit zu den Spitzenbeamten der Republik. Den Regierungsapparat kannte er wie kaum jemand sonst. Trotzdem legte er großen Wert darauf, kein typischer Berufspolitiker zu sein.

Auf Kritik an seinem Stil entgegnete er: „Ich habe nie verborgen, dass ich eine offene und manchmal auch schwäbisch-rabauzige Art habe.“

Der gebürtige Schwabe begann seine berufliche Karriere nach einem Jura-Studium als Beamter im Bundesinnenministerium. 1979 war er der erste Zivilist an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes (BND).

Nach dem Machtwechsel zu Schwarz-Gelb 1982 kehrte er als Staatssekretär im Justizministerium in die damalige bundesdeutsche Hauptstadt Bonn zurück. In dieser Funktion war er nach dem Fall der Mauer auch am deutsch-deutschen Einigungsvertrag beteiligt.

1991 wurde der Spitzenbeamte selbst Justizminister. Erst damals trat er auch in die FDP ein. Ein Jahr später setzte er sich nach Genschers Rücktritt in einer Kampfabstimmung um den Chefposten im Auswärtigen Amt gegen die damalige Bauministerin Irmgard Adam-Schwaetzer (ebenfalls FDP) durch. 1993 wurde Kinkel Vize von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).

Zusätzlich übernahm Kinkel damals auch noch den Vorsitz der FDP. Nach einer Niederlagenserie bei Kommunal- und Landtagswahlen verzichtete er jedoch 1995 auf eine abermalige Kandidatur. Mit dem Wahlsieg von Rot-Grün verlor er 1998 sein Ministeramt. Bis 2002 saß Kinkel dann noch im Bundestag. Später arbeitete er als Anwalt und übernahm den Vorsitz der Deutsche-Telekom-Stiftung. Zuletzt lebte er in Sankt Augustin bei Bonn. (dpa/ak)

 
 

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