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Europawahl 2019: Termin, Kandidaten – hier alle Infos

Die Europawahl 2019 wird zur Richtungswahl.
Die Europawahl 2019 wird zur Richtungswahl.
Foto: dpa

Essen. Diese Wahl fällt in schwierige Zeiten. Die Europawahl 2019 wird für den gesamten Kontinent eine Richtungswahl. Können die populistischen Bewegungen auch im EU-Parlament deutlich zulegen?

Diese Bewegungen feierten bei den Wahlen in europäischen Ländern zuletzt große Erfolge - dass sie auch bei der Europawahl punkten, gilt zumindest als wahrscheinlich. Folgende Parteien hoffen auf große Zugewinne:

  • Frankreich: Rassemblement National. Der ehemalige Front National, die Partei von Marine Le Pen, holte bei der Europawahl 2014 starke 24,9 Prozent und war damit bereits stärkste Kraft. Da die Unzufriedenheit mit der Regierung von Präsident Macron in Frankreich sehr hoch ist, könnte RN dieses Jahr nochmals zulegen
  • Deutschland: Alternative für Deutschland (AfD). 2014 zog die AfD „nur“ mit 7,1 Prozent in das EU-Parlament ein - ein Ergebnis, das die Partei um Alexander Gauland dieses Jahr wohl deutlich übertreffen wird. Ein zweistelliges Ergebnis gilt als sicher. Die AfD würde die etwa 13 Prozent von der Bundestagwahl 2017 sicher gerne wiederholen - oder sogar übertreffen
  • Italien: Lega. Die einstige Regionalpartei Lega Nord hat 2018 bei den Wahlen in Italien den Sprung auf die nationale Ebene geschafft, erzielte starke 17,6 Prozent. Bei der Europawahl könnte die Partei des italienischen Innenministers Matteo Salvini nun kräftig zulegen. Bei der Wahl 2014 erzielte die Partei nämlich nur 6,15 Prozent

Gewählt wird in den einzelnen Ländern zwischen dem 23. Mai und dem 26. Mai. In Deutschland wird am Sonntag, 26. Mai, gewählt. Unklar ist noch, wie viele Abgeordnete letztlich in das EU-Parlament einziehen werden. Das liegt an der unklaren Situation in Sachen Brexit. Eigentlich sollte der am 29. März automatisch vollzogen werden. Dann ziehen 705 Abgeordnete in das EU-Parlament ein.

Doch weil bisher kein geregelter Austritt zwischen EU und Großbritannien in Sicht ist, könnte sich der Austritt verzögern - oder komplett aufgehoben werden. Für diesen, sehr unwahrscheinlichen, Fall ziehen 751 Abgeordnete in das Parlament ein. Im Folgenden versuchen wir, die wichtigsten Fragen zur Europawahl 2019 zu klären.

Wer sind die Spitzenkandidaten bei der Europawahl 2019?

Die Spitzenkandidaten der einzelnen Listen kommen aus verschiedenen europäischen Ländern, einige Listen treten auch mit zwei Kandidaten an:

  • Christdemokraten (EVP): Manfred Weber (Deutschland)
  • Sozialdemokraten (SPE): Frans Timmermans (Finnland)
  • Konservative (ECR-Gründung „Allianz der Konservativen und Reformer in Europa“): Jan Zahradil (Tschechien)
  • Grüne („Europäische Grüne“): Ska Keller (Deutschland) und Bas Eickhout (Niederlande)
  • Europäische Linke (EL): Nico Cué (Belgien) und Violeta Tomič (Slowenien)

Warum gibt es in Europa unterschiedliche Wahltermine?

Die unterschiedlichen Wahltermine gibt es, um den verschiedenen Traditionen in den Ländern gerecht zu werden.

Denn nicht überall ist, wie in Deutschland, der Sonntag der traditionelle Wahltag. So ist es etwa in den Niederlanden üblich, am Donnerstag zu wählen.

Wie viele Stimmen habe ich bei der Europawahl 2019?

Jeder Wähler hat eine Stimme. Im Gegensatz zur Bundestagswahl können bei der Europawahl Kandidaten nicht direkt gewählt werden, sondern nur Listen, denen sich die jeweiligen Parteien angeschlossen haben.

Kann ich bei der Europawahl 2019 per Briefwahl abstimmen?

Ja, das funktioniert. Dazu musst du in der Gemeinde deines Hauptwohnorts einen Wahlschein beantragen. Das geht ohne Angabe von weiteren Gründen. Diesen Wahlschein kannst du persönlich oder schriftlich (per Post, Fax oder E-Mail) beantragen - nicht aber telefonisch.

So funktioniert die Europawahl

Ende März werden die Bürger der EU wieder zur Wahlurne gebeten. Die Wahl zum Europäischen Parlament steht an.
So funktioniert die Europawahl

Einen entsprechenden Vordruck findest du auf der Wahlbenachrichtigung, die dir ohnehin zugeschickt wird.

Deine Briefwahlunterlagen müssen bei der zuständigen Stelle spätestens am Wahlsonntag um 18 Uhr vorliegen. Um sicherzugehen, solltest du den entsprechenden Brief also am Mittwoch vor der Wahl abschicken. Denn das Risiko, dass der Brief rechtzeitig eintrifft, trägst du selbst. Frankieren musst du deine Briefwahlunterlagen allerdings nicht.

 
 

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