EU will Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern verbessern – mit merkwürdiger Idee

LKW-Fahrer dürfen künftig längere Pausen nicht mehr in der Fahrerkabine verbringen, wenn es nach Plänen der EU geht.
LKW-Fahrer dürfen künftig längere Pausen nicht mehr in der Fahrerkabine verbringen, wenn es nach Plänen der EU geht.
Foto: Monika Skolimowska / dpa

Brüssel. Die Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern sind häufig prekär. Die EU-Verkehrsminister haben sich jetzt deshalb mehrheitlich auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern in Europa geeinigt. Für gleiche Arbeit am gleichen Ort solle gleicher Lohn gelten, teilte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer in der Nacht auf Dienstag in Brüssel mit.

Besonders ein Punkt im EU-Plan sorgte für Aufmerksamkeit: Ihre wöchentliche Ruhezeit sollen die Fahrer nicht mehr in ihren Führerhäusern verbringen. Hofer sprach in einer Pressekonferenz von einem „absoluten Kabinenschlafverbot“. Eine Sprecherin stellte jedoch klar, dass dies nur für die wöchentliche Ruhezeit gelte, nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht. Sprich: Längere Pausen in der Kabine sind künftig tabu.

Wie die Lkw-Fahrer das in die Tat umsetzen sollen, ist indes nicht klar – Motels oder andere Schlafgelegenheiten in Autobahnnähe sind oft nicht zu finden, bemängeln nicht wenige Nutzer in Sozialen Netzwerken wie Twitter.

Lkw-Fahrer: Lohn-Dumping soll eingedämmt werden

Mit dem Beschluss will die EU Lohn-Dumping erschweren. Nun muss noch eine Einigung mit dem Europaparlament gefunden werden, bevor die Änderungen in Kraft treten können.

------------------------------------

Mehr Themen:

Fünf Euro am Tag für die Rente? So will Friedrich Merz (CDU) die drohende Altersarmut in Deutschland beseitigen

Umwelt-No-Go: Grünen-Ministerpräsident Kretschmann fliegt mit Heli zur Wanderung

Brief an Clinton: Mit diesen Worten hat George Bush seinen Nachfolger im Weißen Haus begrüßt

------------------------------------

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von etwa zwei Millionen Kraftfahrern in Europa würden verbessert, sagte Hofer weiter. Die Missstände auf überfüllten Autobahnparkplätzen würden demnach ebenfalls beseitigt.

Wochenlange Touren ohne Heimkehr

Vor allem westeuropäische Staaten beklagten seit geraumer Zeit, dass im Transportgewerbe Sozialdumping und unlauterer Wettbewerb herrschten. Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg, Norwegen und Schweden hatten sich im vergangenen Jahr mit Deutschland zusammengeschlossen, um dagegen vorzugehen.

Bemängelt wurde dabei auch, dass Fahrer teilweise wochenlange Touren ohne eine Rückkehr nach Hause absolvieren müssten. Dem Verkehrsminister-Beschluss zufolge dürfen die Kraftfahrer nun maximal vier Wochen am Stück in Europa unterwegs sein. (dpa/pen)

 
 

EURE FAVORITEN