EU-Kommissar fordert rasches Ende nationaler Grenzkontrollen

EU-Sicherheitskommissar Julian King beim Interview in unserer Berliner Redaktion.
EU-Sicherheitskommissar Julian King beim Interview in unserer Berliner Redaktion.
Foto: Amin Akhtar
EU-Kommissar Julian King setzt auf den Schutz der EU-Außengrenzen – und warnt davor, mit Angstmache dem IS in die Karten zu spielen.

Berlin.  EU-Sicherheitskommissar Julian King dringt auf eine Beendigung der Grenzkontrollen im Schengen-Raum. „Unser Ziel ist, nationale Grenzkontrollen so schnell wie möglich überflüssig zu machen“, sagte King unserer Redaktion. „Wir nehmen es hin, dass Mitgliedstaaten in begründeten Ausnahmefällen für eine begrenzte Zeit zu nationalen Grenzkontrollen greifen. Aber wir wollen zu einem vollständig funktionierenden Schengen-System zurückkehren.“

Der Schengen-Raum, in dem 26 europäische Staaten auf die Kontrolle der Binnengrenzen verzichten, sei „kein Sicherheitsrisiko an sich“, betonte der britische EU-Kommissar. „Die Herausforderung besteht darin, die europäischen Außengrenzen besser zu sichern. Daran arbeiten wir ganz konkret – und unterstützen etwa die Grenzschützer in Ländern wie Bulgarien, Griechenland, Italien und Spanien mit europäischen Kräften.“

King: Nicht das Geschäft des IS betreiben

King warnte davor, eine Verbindung zwischen Flüchtlingsströmen und Terrorgefahr herzustellen. „Sonst betreiben wir das Geschäft des IS – und von denen, die den Eindruck erwecken wollen, jede Migration sei ein Sicherheitsrisiko“, sagte er. „Diesen Gefallen sollten wir ihnen nicht tun.“ (FMG)

 

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