Es wird geschmiert wie nie

Wilfried Goebels

An Rhein und Ruhr.  In NRW werden immer mehr Fälle von Korruption und Bestechung in Behörden und Firmen aufgedeckt. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Korruptionsverfahren mehr als verdoppelt. 2013 meldete das Landeskriminalamt 4292 Delikte – ein Anstieg um 38 Prozent gegenüber 2012. Der ermittelte Schaden in den 464 Korruptionsverfahren: 112 Mio Euro.

Laut Landeskriminalamt sind öffentliche Verwaltungen und Wirtschaft gleichermaßen von dem Problem betroffen. Neben Bargeld wurden „Nehmer“ mit Bordell- oder Restaurantbesuchen, kostenlosen Handwerkerleistungen, Unterhaltungselektronik sowie mit Einladungen zu Reisen und Konzerten „geschmiert“.

„Großverfahren in den Bereichen Automobilindustrie, Gerüstbau, Pharmazie und Müllentsorgung führten zur Aufdeckung korrupter Netzwerke und zum Nachweis einer hohen Anzahl an Verfahren mit entsprechend vielen Einzeldelikten“, heißt es im LKA-Lagebericht. In 31% der Fälle waren Hinweise aus der Bevölkerung Anlass für Ermittlungen, in 13% Anzeigen von Finanzbehörden. In 42% nahm die Kriminalpolizei aus eigenem Antrieb Ermittlungen auf.

Im jüngsten Lagebericht geht das LKA von einem „erheblichen Dunkelfeld“ bei Korruption aus. Justizminister Kutschaty (SPD) hat eine Bundesratsinitiative zum Unternehmensstrafrecht eingereicht, um nicht nur Personen, sondern auch Firmen zur Verantwortung zu ziehen.