Es funktioniert nicht

Heinz Krischer

Der Vorschlag der deutschen Eierproduzenten hat was Geniales: Einfach den Grenzwert für Dioxin hochsetzen, dann gibt’s auch keine Lebensmittelskandale mehr.

So einfach kann man Probleme lösen. Aber im Ernst: Der Vorstoß ist oberpeinlich, weiß man doch, dass sich Dioxin im Körper anreichert und ein höherer Grenzwert unmittelbar das Krebs-Risiko fördert.

Tatsächlich wird es auch in Zukunft weitere Dioxin-Funde in Lebensmitteln geben. Im Schweinefleisch, in Eiern, und auch in Produkten aus der Biolandwirtschaft. Denn dort wird nicht auf einer abgeschiedenen Insel produziert. Umweltgifte können auch dorthin gelangen, ob aus der industriellen Nachbarschaft, übers Futter oder aus alten Ställen und Hofanlagen. Verbraucher können nicht kontrollieren, ob die Produkte, die sie kaufen, wirklich unbelastet sind. Sie können nur mit Recht hoffen, dass dies bei „Bio“-Betrieben und Betrieben, deren Herstellungswege sie kennen, wahrscheinlicher ist.

Umso wichtiger ist es, Kontrolle und Informationsweitergabe an die Konsumenten effektiv zu gestalten. Wenn Grenzwerte überschritten werden, muss der Verbraucher unmittelbar gewarnt werden. Das funktioniert selbst unter einem grünen Verbraucherminister noch nicht.