Erdogan will die türkische Grenze zum Irak dicht machen

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will die Türkein vom Irak abschotten.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will die Türkein vom Irak abschotten.
Foto: Ebrahim Noroozi / dpa
Die Türkei will die Grenze zum Irak sperren. Dies kündigte Präsident Erdogan Donnerstag an. Hintergrund ist der Streit mit den Kurden.

Ankara.  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Schließung der Grenzen zum Irak angekündigt. Dies werde bald geschehen, ebenso wie eine Sperrung des Luftraums, sagte Erdogan am Donnerstag.

Flüge in den Nordirak seien bereits ausgesetzt, hieß es weiter. Die Maßnahmen seien Reaktionen auf den Ausgang des Unabhängigkeitsreferendums der Kurden im Nordirak.

Die Region hatte vor eineinhalb Wochen für ihre Loslösung vom Irak gestimmt. In der Türkei schürt dies Sorgen, dass auch dort separatistische Tendenzen geschürt werden könnten. Die Kurden haben derweil für den 1. November Präsidenten- und Parlamentswahlen angesetzt.

Iraks Kurden jubeln über Referendumsergebnis

Nach der überwältigenden Mehrheit für eine Unabhängigkeit beim Referendum der Kurden im Nordirak sind in Erbil Menschen jubelnd auf die Straße gegangen. Laut Wahlkommission stimmten 93 Prozent...
Iraks Kurden jubeln über Referendumsergebnis

Öllieferungen aus Nordirak gestoppt

Die Türkei wird zudem nach Angaben Erdogans gemeinsam mit dem Iran und der Regierung in Bagdad die Öllieferungen aus dem Kurdengebiet im Nordirak unterbinden. Es handle sich um eine Vergeltungsmaßnahme für das Unabhängigkeitsvotum der irakischen Kurden, sagte Erdogan am Donnerstag vor Journalisten auf dem Rückflug von seinem Besuch im Iran.

Er kritisierte zudem, dass das Referendum im September auch in die Ölstadt Kirkuk abgehalten wurde. Die Kurden verfügten dort über keinerlei Legitimität. Kirkuk liegt nicht in der autonomen Region Kurdistan, allerdings leben dort überwiegend Kurden.

Sowohl der Iran als auch die Türkei grenzen an den Irak. Die Regierungen der beiden Länder sind wegen der Entwicklungen im Nordirak alarmiert und haben Truppen in die Grenzregion verlegt. (rtr)

 

EURE FAVORITEN