Erdogan: „Westen unterstützt den Terror“

Ankara.  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt den Westen, er unterstütze den Terrorismus und stehe auf der Seite der Putschisten, die ihn stürzen wollten. Bei einem Treffen mit ausländischen Investoren in Ankara sagte Erdogan am Dienstag, leider stehe der Westen nicht auf der Seite der Demokratie.

„Der Westen gibt seine Unterstützung dem Terror und steht auf der Seite des Staatsstreichs“, sagte Erdogan. Bisher sei kein westlicher Politiker in die Türkei gekommen, um sein Beileid auszusprechen und Solidarität zu zeigen. „Wir haben nicht die erwartete Unterstützung unserer Freunde erhalten, weder während des Putschversuchs noch danach“, beklagte Erdogan. Er hatte das Treffen mit Investoren anberaumt, um für Vertrauen in die türkische Wirtschaft zu werben.

Erdogan kritisierte dabei Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf. Sie habe versäumt, Schritte gegen die Bewegung des Exil-Predigers Fethullah Gülen „und andere Terrorgruppen“ einzuleiten. Erdogan macht seinen früheren Verbündeten und heutigen Erzfeind Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. „Ich habe der Kanzlerin 4000 Dokumente zu den Terrororganisationen übergeben, aber keine Reaktion bekommen“, sagte er.

Das Verbot seiner geplanten Videobotschaft bei der Großkundgebung in Köln am vergangenen Sonntag habe Erdogan zufolge gezeigt, dass die deutsche Justiz zwar schnell gegen ihn entscheide, aber nicht gegen Terroristen.

Unterdessen setzte die Regierung ihr Vorgehen gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger fort. Wegen angeblicher Verbindungen wurden gegen rund 100 Mitarbeiter des größten Militärhospitals Haftbefehle erlassen. Ihnen wird etwa vorgeworfen, Atteste von Gülen-Anhängern zu deren Gunsten gefälscht zu haben.

Die türkischen Militärkrankenhäuser waren am Wochenende per Dekret Erdogans der Zuständigkeit des Generalstabs entzogen und dem Gesundheitsministerium unterstellt worden. Der Generalstab verliert zudem die Kontrolle über die Rüstungsfabriken und Werften, kündigte Ministerpräsident Binali Yildirim am Dienstag an.

 
 

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