Erdogan: Mit diesem Produkt will er die Wirtschaft der Türkei ankurbeln – in Deutschland ist es streng verboten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Foto: imago

Recep Tayyip Erdogan lobt derzeit eine Pflanze ganz besonders über den grünen Klee: Cannabis. In den Anbau der Hanfpflanze solle nun vermehrt in der Türkei investiert werden. Der Grund: der türkische Präsident erhofft sich so wieder Wirtschaftswachstum.

Die Kommunalwahlen stehen in der Türkei kurz bevor. Schon am 31. März können die Türken ihr Kreuzchen machen. Doch Umfragewerten zufolge sinkt die Zustimmung der Bevölkerung in Bezug auf Recep Tayyip Erdogan und seine islamisch-konservative Partei AKP. Fast jeder Dritte (35 Prozent) hat laut Süddeutscher Zeitung nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Piar die schlechte wirtschaftliche Lage kritisiert. 14,6 Prozent beklagen zudem die hohe Arbeitslosenquote.

Recep Tayyip Erdogan: Der türkische Präsident will Cannabis wieder in der Türkei anbauen

Die hohe Inflation setzt Erdogan unter Druck und so wurde der türkische Präsident ganz emotional. Bei einem kommunalpolitischen Symposium in Ankara am 9. Januar soll das türkische Staatsoberhaupt in seiner Rede ganz rührselig geworden sein. Darüber berichtet Business Insider.

Dabei erzählt er von seiner Heimatstadt Rize am Schwarzen Meer. Dort wurde, als Erdogan noch ein Kind war, Hanf hergestellt. Und so stellt der Präsident sich die Landwirtschaft heute auch wieder vor. Drogen will der streng Konservative mit diesem Anliegen natürlich nicht legalisieren. Es geht ihm ums Produkt an sich. Oft betonte die Regierung in vergangenen Wochen, das der Rohstoff eine gute Alternative zum Plastik sei. Der Umwelt zuliebe.

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Er macht deutlich, dass früher sogar Unterhemden aus Hanf bestanden. „Sein Mütterchen“ habe sogar selbst zu Hause Beutel zum Einkaufen hergestellt.

Anbau von Cannabis ist in allen EU-Ländern verboten

Cannabis ist als Genussmittel nur in Uruguay, in einigen US-Bundesstaaten und jüngst auch in Kanada legalisiert worden. Der Anbau der Droge ist in allen EU-Ländern strengstens verboten.

Doch Erdogan strebt keinen Import an, vielmehr will er den Eigenbedarf decken. Der kontrollierte Hanfanbau sei daher schon in vollem Gange. 20 Provinzen machten bei einem Pilotprogramm mit. Es sollen noch mehr werden. So sollen die Einnahmen der türkischen Bauern wieder steigen.

Im 20. Jahrhundert war der Anbau von Cannabis übrigens auch in der Türkei noch verboten. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK war es, die sich diesem Verbot widersetzte und Cannabis anpflanzte. Die Reaktion aus Ankara? Die Regierung ließ die Felder höchstpersönlich anzünden. Doch jetzt sieht Erdogan die Vorgehensweise seiner politischen Gegner selbst als gewinnbringend an und wird die Vorzüge der Hanfpflanze sicher weiter betonen. (js)

 
 

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