Erdogan: Türkei-Wirtschaft bricht zusammen – Deutsche mitverantwortlich für Desaster

Schlechte Wirtschaftszahlen für Türkeis Präsident Erdogan.
Schlechte Wirtschaftszahlen für Türkeis Präsident Erdogan.
Foto: imago images / Depo Photos

Schwere Zeiten für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan: Die Wirtschaft in seinem Land steckt in einer tiefen Krise.

Die Wirtschaftszahlen in der Türkei brachen in den vergangenen Monaten total ein. Doch Erdogans Regierung versucht das Desaster schön zu reden.

Recep Tayyip Erdogan: Türkei in der Corona-Krise in tiefer Wirtschaftskrise

In der Corona-Krise ist die Wirtschaft in der Krise stark eingebrochen. Zwar hat die türkische Regierung von Recep Tayyip Erdogan versucht durch Hilfsprogramme in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar den Einbruch abzumildern, doch die Situation ist ernst.

Nach Angaben des türkischen Statistikamtes Türkstat brach das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2020 um 9,9 Prozent ein. Die Exporte der Türkei nahmen um 5,8 Prozent ab, die Importe sanken um 7,9 Prozent.

Das größte Problem für Erdogans Türkei: der ausbleibende Tourismus! Aufgrund von Reisewarnungen in der Corona-Krise kam es hier zu einem Einbruch von 78 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

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Recep Tayyip Erdogan: Türkei hat zudem noch mit Währungskrise zu kämpfen

Laut Handelsblatt konnte die Türkei nur durch die äußerst schwache Währung einen noch größeren Crash abwenden. Als die Infektionszahlen im März und April in die Höhe schnellten, senkte die Türkische Zentralbank auf Anweisung von Finanzminister Berat Albayrak – dem Schwiegersohn von Präsident Erdogan – den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte. Die Zentralbank ließ neue Scheine im Gesamtwert von 94 Milliarden Lira drucken! Die Folge: Die Türkische Lira verlor gegenüber dem Euro und dem Dollar weiter extrem an Wert und die Inflation im Land geht weiter hoch.

Doch trotz Währungs- und Wirtschaftskrise, redet sich Regierung der Türkei die Lage schön. Berat Albayrak erklärt: „Wir wussten, dass wir die Folgen der katastrophalen Jahrhundert-Pandemie spüren werden, die die Weltwirtschaft im zweiten Quartal zum Stillstand brachte". Jedoch stehe die Türkei verglichen mit anderen Ländern noch recht gut da. Die Wirtschaft stehe auf einer „robusten, dynamischen und starken Grundlage“.

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Das ist Recep Tayyip Erdogan:

  • Der 66-Jährige ist bereits seit 2003 an der Macht.
  • Von 2003 bis 2014 war er Ministerpräsident der Türkei.
  • Im Jahr 2014 wurde er zum Präsidenten gewählt. Kurz danach wurde die Türkei durch ein Verfassungsreferendum in ein Präsidialsystem umgewandelt.
  • Von einem Reformer wandelte sich Erdogan mit dem Jahren zu autoritären Machthaber mit einer nationalistisch-islamischen Agenda. Kritiker werfen ihm zudem Korruption und Vetternwirtschaft vor.
  • Zuvor war der AKP-Politiker von 1994 bis 1998 Oberbürgermeister von Istanbul.

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Deswegen haben Deutsche einen Anteil an der Türkei-Krise

Es ist richtig, dass beispielsweise in Deutschland (Minus 10,1 Prozent) oder Frankreich (Minust 13,8 Prozent) das BIP im Frühjahrs-Quartal noch stärker einbrach als in der Türkei. Jedoch könnte der Einbruch im Tourismus-Sektor im dritten Quartal, das die Sommermonate Juli, August und September umfasst, noch heftiger zu Buche schlagen.

Schließlich ist der Sommer sonst die Hauptreisezeit und die rund 40 Millionen Touristen jährlich spülen viel Geld in die Kassen der Türken. Allein im Juli 2019 reisten rund 868.000 Deutsche Urlauber und diejenigen mit familiären Wurzeln in das Land. Doch in diesem Jahr blieben viele aus Angst vor Infektionen und anschließender Quarantäne lieber weg.

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