Erdogan: Nächster Schock für Türkei-Präsidenten! Mehrheit jetzt gegen ...

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag vor seiner Abreise nach Kiew. Der innenpolitische Gegenwind für ihn wird größer.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag vor seiner Abreise nach Kiew. Der innenpolitische Gegenwind für ihn wird größer.
Foto: Foto: Pool Presidential Press Service/AP/dpa

Ankara. Sein Ansehen bröckelt und bröckelt – und das nicht nur im Ausland, sondern immer mehr auch im eigenen Land!

Erst im Januar hat das unabhängige Meinungsforschungsinstitut „MetroPOLL“ ermittelt, dass die Popularität von Recep Tayyip Erdogan (65) auf den niedrigsten Stand seiner langen politischen Karriere gesunken ist. Seine Beliebtheit liegt nur noch bei 43,7 Prozent. Und das, obwohl er noch im Juli 2016 satte 67,6 Prozent Zustimmung für sich beanspruchen konnte ...

Erdogan: Mehrheit im Parlament dahin!

Jetzt kommt es noch dicker, denn: Würden in der Türkei jetzt Wahlen anstehen, würde das Bündnis zwischen der Erdogan-Partei AKP und der rechtsnationalistischen MHP nur 49,1 Prozent holen – damit wäre die Mehrheit im Parlament dahin! Das hat das Umfrage-Institut „AREA“ ermittelt.

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Das ist Recep Tayyip Erdogan:

  • Erdogan ist seit dem 28. August 2014 Präsident der Türkei
  • Er wurde am 26. Februar 1954 geboren
  • Er ist Vorsitzender der Partei AKP
  • Nach dem Verfassungsreferendum 2017 wurde das parlamentarische System im Juli 2018 bei einer vorgezogenen Wahl in ein Präsidialamt umgewandelt, damit Erdogan mehr Macht inne hat
  • Erdogan setzt sich für eine Wiedereinführung der Todesstrafe ein
  • Seit 2017 hat es zahlreiche Verhaftungen von deutschen Journalisten und Staatsangehörigen gegeben. Diese standen stets im Zusammenhang mit regierungskritischen Äußerungen in den sozialen Medien

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Die Opposition würde zusammen auf 47,2 Prozent kommen, 16,2 Prozent der Befragen sind noch unentschlossen. Noch nie lagen Regierung und Opposition seit Erdogans Machtübernahme (seit 2003 Ministerpräsident, seit 2014 Staatspräsident) so eng beieinander.

Und auch das von Erdogan initiierte Verfassungsreferendum, das dem Staatspräsidenten weitreichende Regierungsmacht verliehen hatte, wird von einer Mehrheit der Befragten abgelehnt (57,3 Prozent).

Türkei-Experte zu DER WESTEN: „Großteil der Bevölkerung blickt in düstere Zukunft“

Die Frage, die sich erneut nach dieser Hammer-Umfrage stellt: Wie lang kann sich Erdogan an der Macht halten? Zuletzt hatte der renommierte Türkei-Experte Burak Copur im Gespräch mit DER WESTEN erklärt: „Noch sitzt Erdogan fest im Sattel. Dennoch gibt es eine große Unzufriedenheit in der Bevölkerung, ein Großteil blickt in eine düstere Zukunft. Diese pessimistische Grundstimmung in der Türkei ist tatsächlich alarmierend.“

Und weiter: „Die türkische Bevölkerung scheint von einer Hoffnungslosigkeit geplagt zu sein, aber noch nicht einen alternativen politischen Ausweg aus ihrer misslichen Lage gefunden zu haben.“

Hohe Inflation! Ratingagentur S&P sieht keine Besserung

Tatsächlich bezeichnen 54,6 Prozent der Befragen ihre persönlich schlechte wirtschaftliche Lage, aber auch die der ganzen Türkei als größte Sorgen für die Zukunft. Da passt es ins Bild, dass die Ratingagentur „Standard & Poor's“ für 2020 keine Besserung der hohen Inflation in der Türkei sieht, die aktuell bei 12,15 Prozent liegt und die die Preise nach oben schnellen lassen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei gerade mal 1,7 Prozent.

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Die nächsten Präsidentschaftswahlen in der Türkei finden 2023 statt – dann feiert die türkische Republik ihr 100. Gründungsjahr. Werden bis dahin die wirtschaftlichen Probleme nicht in den Griff bekommen, wird der Gegenwind für Erdogan immer stärker...

 
 

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