Erdogan droht Griechenland: Darum kann am 24. September alles eskalieren

Frankreichs Präsident Macron will seinem türkischen Kollegen Erdogan nun die Grenzen aufzeigen.
Frankreichs Präsident Macron will seinem türkischen Kollegen Erdogan nun die Grenzen aufzeigen.
Foto: imago images / Depo Photos

Im östlichen Mittelmeer droht der Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland aus dem Ruder zu laufen. Präsident Erdogan und seine Regierung drohen dem EU-Land und Nato-Partner offen mit Krieg.

Ein Schicksalstag könnte nun der 24. September 2020 werden. Recep Tayyip Erdogan warnt die Europäische Union vorab vor diesem Termin. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reicht sein Verhalten nun endgültig.

Erdogan droht EU-Land Griechenland offen mit Krieg

Bei dem Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland geht es um Gebietsansprüche und Erdgasfelder im Mittelmeer, die von beiden Staaten beansprucht werden. Beide Seiten provozieren sich gegenseitig, der Ton wird immer feindseliger.

Türkeis Präsident Erdogan posaunte jüngst: „In diesem Kampf schrecken wir nicht davor zurück, Märtyrer und Veteranen zu hinterlassen!" Ende August erklärte Erdogan dann: „Wir nehmen uns, was uns zusteht – im Mittelmeer, in der Ägäis und im Schwarzen Meer, wir werden keine Zugeständnisse machen.“

+++ Auch spannend: Erdogan droht einem EU-Land offen mit Krieg: „Wir schrecken nicht davor zurück...“ +++

Erdogan: Frankreichs Präsident Macron hat jetzt endgültig genug von den Spielchen der Türken

Nun blickt Ankara auf den 24. und 25. September. An diesen Tagen findet eine Sondertagung des Europäischen Rates statt.

Einige EU-Staaten, allen voran natürlich Griechenland, aber auch Frankreich und Zypern, fordern EU-Sanktionen gegen Erdogan, um seine Expansionsansprüche zu stoppen. Frankreich hatte zur Unterstützung der EU-Partner Griechenland und Zypern seine Marinepräsenz in der Region verstärkt.

Vor einem Gipfeltreffen der europäischen Mittelmeer-Anrainerstaaten vor dem großen EU-Gipfel haben Frankreich und Griechenland den Ton gegenüber der Türkei weiter verschärft. Der französische Präsident Emmanuel Macron nannte die Haltung Ankaras gegenüber der EU „untragbar“. Die Türkei sei „kein Partner mehr“, betonte Macron. Macron rief die EU-Staaten auf, „klarer und entschlossener mit der Regierung von Präsident Erdogan“ umzugehen.

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Das ist Emmanuel Macron:

  • Der erst 42-jährige Politiker ist seit 2017 Staatspräsident von Frankreich.
  • Er ist mit Brigitte Macron verheiratet. Die 67-Jährige war früher seine Französischlehrerin.
  • Bis 2009 war Macron Mitglied der Sozialistischen Partei. Zur Präsidentschaftswahl gründete er eine eigene liberale Partei namens La République en Marche (Die Republik in Bewegung).

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Griechischer Regierungschef gegen Erdogan: „Nicht mit vorgehaltener Waffe“

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis schrieb in einem Gastbeitrag in der französischen Zeitung „Le Monde“, mögliche Strafmaßnahmen gegen die Türkei könnten auf einem Sondergipfel der EU beschlossen werden. „Wenn die Türkei bis dahin nicht zur Vernunft kommt, sehe ich keine andere Möglichkeit.“ Ein solcher Beschluss würde Einstimmigkeit der EU-Staaten erfordern.

In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ warf Mitsotakis der Türkei außerdem vor, sich „weniger wie ein Partner und mehr wie ein Provokateur“ zu verhalten. Athen sei für einen Dialog mit Ankara, „aber nicht mit vorgehaltener Waffe“, schrieb er.

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Erdogan hat noch ein Ass im Ärmel gegen die EU

Erdogan hat jedoch noch ein Ass im Ärmel: Eine mögliche Aufkündigung des Flüchtlingsdeals mit der EU für den Fall, dass die Europäer Strafmaßnahmen gegen sein Land beschließen. Er versucht die EU damit zu erpressen, dass er ansonsten jederzeit seine Grenzen für Tausende Flüchtlinge öffnen könnte. Eine ernstes Szenario, zumal sich sowieso schon die Lage im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos dramatisch zugespitzt hat.

+++ Hier mehr: „Moria brennt“: Flüchtlingslager in Flammen +++

Eine heikle Situation vor allem für die deutsche Bundesregierung, die versucht eine diplomatische Lösung des Mittelmeer-Streites zu erzielen. So sagte Außenminister Heiko Maas bei einem Besuch in Athen zuletzt: „Die Situation im östlichen Mittelmeer ist wie ein Spiel mit dem Feuer. Jeder Funke kann zu einer Katastrophe führen.“

Moria: Söder rebelliert gegen Seehofer – Flüchtlinge skandieren: „Bye, bye Moria“

Nach der Brandkatastrophe von Moria bewegt sich etwas in der deutschen Politik. Nun schaltete sich überraschend auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein. Er stellt sich gegen seinen alten Rivalen Horst Seehofer.

 
 

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