Erdogan: Präsident der Türkei vor folgenreicher Niederlage – und noch etwas steht auf dem Spiel

Recep Tayyip Erdogan.
Recep Tayyip Erdogan.
Foto: dpa

Am 23. Juni wird in Istanbul gewählt. Schon wieder.

Eigentlich waren die Wahlen in der türkischen Metropole bereits am 31. Mai. Der CHP-Kandidat Ekrem Imamoglu hatte sich gegenüber dem AKP-Konkurrenten durchgesetzt und wurde zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Ein Schock für den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen AKP.

Erdogan: Es geht um sehr viel Geld

Doch die Erdogan-Partei ließ die Wahl annullieren, forderte eine Wahlwiederholung. Angeblich habe es „Unregelmäßigkeiten“ gegeben, so die Begründung.

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Ein Wahlsieg in der wichtigen Metropole ist nicht nur aus symbolischen Gründen überaus wichtig - es geht auch um sehr viel Geld.

Erdogan-Partei soll sich aus Stadtkasse bedient haben

Laut einem Bericht des "Spiegel" hat die AKP sich jahrelang aus der Stadtkasse bedient, um ihren Anhängern Subventionen und gut bezahlte Jobs zuzuschieben: Es geht dabei um Millionensummen.

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Unter den Günstlingen sollen Freunde und Verwandte von Erdogan sein, die regelrecht zu Reichtum gekommen sind - zulasten des Stadtbudgets. Auch muslimische Stiftungen sollen mit Geld bedacht worden sein.

Millionensummen flossen in islamisch-konservative Stiftungen

Allein in den anderthalb Jahren vor der Wahl sollen etwa 160 Millionen Euro in konservativ-islamische Stiftungen geflossen sein. Vor allem die die Türkische Jugendstiftung "Tügva" profitierte von den Zuwendungen. Im Aufsichtsrat der Stiftung wiederum sitzt Erdogans Sohn Bilal.

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Das passt zum Plan von Erdogan, den Islam wieder erheblich stärker in den ehemals streng kemalistisch organisierten türkischen Staat zu installieren.

Opposition: "System der Verschwendung" beenden

Der CHP-Oppositionskandidat Erek Imamoglu hatte angekündigt, diesem „System der Verschwendung“ ein Ende zu machen. Im Gegensatz zu den ehemaligen Bürgermeistern von Istanbul (in den letzten Jahren AKP-Kandidaten) wolle er die Ressourcen der Stadt nicht plündern und für Transparenz sorgen. (pen)

 
 

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