Erdogan präsentiert Wirtschaftswunder – doch Experten sehen verheerendes Problem

Der türkische Präsident Erdogan hat sich von seiner Party für seine angeblichen Erfolge feiern lassen.
Der türkische Präsident Erdogan hat sich von seiner Party für seine angeblichen Erfolge feiern lassen.
Foto: imago images / Depo Photos

Der türkische Präsident Recep Teyyip Erdogan hat sich vor seinen Parteimitgliedern in einer Rede selber gelobt. Der Grund dafür: Erdogan behauptet, dass er im Laufe seiner Amtszeit ganze neun Millionen Jobs geschaffen habe. Experten schätzen die Zahlen jedoch anders ein, berichtet der Focus.

Erdogan: Präsident lässt sich dafür feiern, dass er neun Millionen Arbeitsplätze geschaffen hat

Seit 2002 ist die AKP, die Partei Erdogans, an der Macht. 2014 ist Erdogan zum Präsidenten gewählt worden. Seitdem will er viel für die Wirtschaft der Türkei getan haben, insbesondere, wenn es um die Arbeitslosigkeit geht. Die Opposition glaubt den angegebenen Zahlen des Präsidenten jedoch nicht.

Gegenüber dem Focus erklärt der Professor Serdar Sayen der türkischen´ Wirtschaftsuniversiät TOBB, dass der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen nicht relevant sei, da sie nicht im Verhältnis zu der Bevölkerung angestiegen sei. Rund 12 oder 13 Millionen neue Jobs hätte Erdogan demnach schaffen müssen.

Doch auch ein weiterer Kritikpunkt kommt von Seiten der Experten. Laut dem türkischen Statistikamt ist die Anzahl der Beschäftigten nämlich gar nicht auf neun Millionen, sondern nur auf knapp über sieben Millionen angestiegen.

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Jugendliche und Frauen am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen

Besonders verheerend soll die Arbeitssituation für Jugendliche und Frauen sein. Verglichen mit anderen europäischen Ländern schneiden diese beiden Gruppen besonders schlecht ab. Experte Serdar Sayan erklärt gegenüber dem Focus: „Wenn man sich die Jugendarbeitslosigkeit anschaut, dann sollte man eher von einer `Misserfolgs-Geschichte´ sprechen.“ Normalerweise nehme die Jugendarbeitslosigkeit nach einer Krise wieder ab, doch in der Türkei sinke nichts, so der Experte.

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Recep Tayyip Erdogan:

  • Erdogan ist seit dem 28. August 2014 Präsident der Türkei
  • Er wurde am 26. Februar 1954 geboren
  • Er ist Vorsitzender der Partei AKP
  • Nach dem Verfassungsreferendum 2017 wurde das parlamentarische System im Juli 2018 bei einer vorgezogenen Wahl in ein Präsidialamt umgewandelt, damit Erdogan mehr Macht inne hat
  • Erdogan setzt sich für eine Wiedereinführung der Todesstrafe ein
  • Seit 2017 hat es zahlreiche Verhaftungen von deutschen Journalisten und Staatsangehörigen gegeben. Diese standen stets im Zusammenhang mit regierungskritischen Äußerungen in den sozialen Medien

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Neben der Arbeitslosigkeit machen sich Wirtschaftsexperten auch um Themen wie die Verschuldung und Inflation sorgen. (lmd)

 
 

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