Türkischer Präsident Erdogan irritiert mit Wutrede über Mozart und Bier

Recep Tayyip Erdogan betet vor seiner Rede vor Abgeordneten seiner Regierungspartei im Parlament. Später wird er er über Bier und Mozart schwadronieren.
Recep Tayyip Erdogan betet vor seiner Rede vor Abgeordneten seiner Regierungspartei im Parlament. Später wird er er über Bier und Mozart schwadronieren.
Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Izmir. Einen bizarren Streit mit Künstlern und Journalisten liefert sich momentan Recep Tayyip Erdogan.

Wie die Deutsche Welle berichtet, hatte der Filmstar Rutkay Aziz dem türkischen Staatspräsidenten nahegelegt, mehr Mozart und Beethoven zu hören: „Vielleicht würde es ihm gut tun."

„Hätte Tayyip Erdogan nur ein Bier getrunken...“

Einen weiteren Pfeil in Richtung Erdogan schoss der Journalist Yilmaz Özdil in einer Kolummne: „Hätte Tayyip Erdogan nur ein Bier getrunken, stünde es heute viel besser um die Türkei." Damit spielt er auf die Alkoholabstinenz des Staatsmannes an.

Erdogans Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten. Am Dienstag verkündete er vor AKP-Abgeordneten: „Den Staatspräsidenten, dessen Charakter und Haltung klar ist, dazu zu zwingen, Bier zu trinken oder Mozart zu hören, ist nichts anderes als der Inbegriff von Faschismus.“

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Journalist Aziz widerspricht Faschismusvorwurf

Die DW zitiert Aziz daraufhin wie folgt: „Man hat mir gesagt, Erdogan werde ein Konzert des weltbekannten Pianisten Fazil Say besuchen. Was ich darüber denke? Darauf habe ich geantwortet: Das wäre sehr gut. Dort hört er Mozart und Beethoven. Das tut ihm gut.“

Der Journalist reagierte nun erneut auf den Faschismus-Vorwurf: „Es lässt sich nicht herauslesen, was mit Faschismus in diesem Fall gemeint ist. Bin ich der Faschist oder ist Mozart ein Faschist? Sollte letzteres der Fall sein, bin ich dafür, Mozart im Namen der Menschlichkeit zu schützen.“ (mb)

 
 

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