Erdogan: Ex-Vertrauter rechnet mit dem türkischen Präsidenten ab

In einem langem Manifest wurde der türkische Präsident Erdogan nun von einem engen Vertrauten kritisiert.
In einem langem Manifest wurde der türkische Präsident Erdogan nun von einem engen Vertrauten kritisiert.
Foto: dpa

Schon wieder hat Ahmet Davutoglu, ehemaliger Ministerpräsident in der Türkei, gegen Recep Tayyip Erdogan geschossen. Auf seiner Facebookseite veröffentlichte er jüngst ein langes – wie er es selbst nannte – Manifest. Darin kritisiert er seine eigene Partei, die AKP. Wird er etwa bald aussteigen und seine eigene Partei gründen?

Darüber berichtet die Welt. Demnach kritisierte er dort die Allianz der Erdogan-Partei (AKP) mit der ultranationalistischen MHP und nennt die „arrogante Politik“ als Grund für die Wahlschlappe bei der Kommunalwahl Ende März.

Nach Wahlschlappe in der Türkei: Ehemaliger Vertrauter rechnet mit Erdogan ab

Nach der Wahlniederlage der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP in der türkischen Millionenmetropole Istanbul hat Präsident und Parteichef Recep Tayyip Erdogan eine Drohung an parteiinterne Widersacher ausgesprochen. „Die Arbeit einiger Leute aus dem Inneren (der Partei) ist schwer zu schlucken“, sagte Erdogan am Samstag bei einem Parteitreffen in Ankara. Namen nannte er nicht.

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„Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen, wenn die Zeit gekommen ist. Wir werden sie nicht auf unseren Rücken tragen“, sagte Erdogan weiter. „Was in welcher Provinz, in welchem Bezirk passiert, all diese Informationen kommen bei uns an.“ Welche Maßnahmen er ergreifen wolle, führte Erdogan nicht weiter aus.

Davutoglu wirft der AKP außerdem vor, sich zu einer sicherheitsfixierten und statischen Partei zu entwickeln. Sei sie doch zuvor eher „freiheitsliebend“, inklusiv“ und reformorientiert. Die AKP habe den Zeitgeist nicht erkannt. „Wir können die Krise nicht bewältigen, indem wir ihre Existenz leugnen“, so der Ex-Minister.

„Wir können die Krise nicht bewältigen, indem wir ihre Existenz leugnen“

Laut Welt werde schon seit Monaten darüber spekuliert, ob Davutoglu seine eigene Partei gründet. Sein Manifest beweise seine Ambitionen.

Bei der Kommunalwahl vor rund vier Wochen hatte die AKP den wichtigsten Bürgermeisterposten des Landes um Haaresbreite an den Kandidaten der oppositionellen Mitte-Links-Partei CHP, Ekrem Imamoglu, verloren.

Die AKP hatte daraufhin eine Serie von Beschwerden eingelegt und auch eine Wiederwahl gefordert. Im Streit um das Ergebnis wird eine Entscheidung der Wahlbehörde YSK in den kommenden Tagen erwartet. (js, mit dpa)

 
 

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