Erdogan erklärt Oppositionspolitiker zu Terroristen – wegen dieser Kleinigkeit

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS
  • Erdogan erklärt Kandidaten der Opposition zu Terroristen
  • Darum sagt er sogar der Partei von Atatürk eine Verbindung zur Terrororganisation PKK nach

Der Wahlkampf für die Kommunalwahlen in der Türkei schreitet voran – Präsident Erdogan reist deshalb weiterhin von Stadt zu Stadt. Am 21. Februar besuchte er die Stadt Denizli im Westen des Landes. Dort griff er die Kandidaten der Opposition an. Er beschimpfte sie in seinen Wahlkampfreden als Terroristen. Das berichtet die türkische Zeitung „Cumhuriyet“.

Erdogan: Kandidaten nutzen Parteiembleme nicht

Der Terrorismus ist demnach wieder ein wichtiges Thema bei Erdogans Wahlkampf. In seiner Rede warf er den Kandidaten der Oppositionsparteien vor, dass sie Terroristen unterstützen würden. Die Begründung dafür ist so simpel wie nichtig. Die Parteien hängen laut Erdogan wegen des Wahlkampfes ihre Embleme nicht auf.

„In Ankara gibt es sehr interessante Bilder von Kandidaten einer niederträchtigen Koalition. Aber unter den Bildern ist kein Emblem der CHP oder der HDP. In anderen Provinzen machen sie das Gleiche“, sagte der türkische Staatspräsident laut „Cumhuriyet“. Mit dem „niederträchtigen“ Bündnis fasst Erdogan sämtliche Parteien zusammen, die nicht Teil des Regierungsbündnisses sind.

Er erklärt dem Publikum, dass die Parteien damit ein Ziel verfolgen würden: „Die Kandidaten soll jeder kennen, aber nicht, wen sie vertreten. Denn würde mein Volk einen Kandidaten wählen, der die PKK unterstützt?“ Er warf der Opposition damit vor, kurdische Terroristen zu unterstützen - auch die CHP.

--------------------------

Mehr Themen:

Erdogan droht laut Türkei-Experten ein schweres Schicksal

Erdogan: Mit diesem Produkt will er die Wirtschaft der Türkei ankurbeln – in Deutschland ist es streng verboten

Erdogan attackiert Deutsche in Wutrede: „Hans und George wollen uns schwächen“

--------------------------

Kemalistische Partei unterstützt laut Erdogan Terroristen

Die CHP machte sich als Oppositionspartei einen Namen, seit Erdogan 2001 an die Macht kam. Wegen ihrer kemalistischen Linie stehen sie traditionell auf der Seite des Militärs, das lange Zeit als Verfechter des Laizismus galt.

Außerdem unterstützt die CHP den Kampf gegen den Terrorismus und wirft der prokurdischen HDP sogar Nähe zur kurdischen Terrororganisation PKK vor.

Trotzdem wirft Erdogan der CHP die Nähe zum Terrorismus vor, weil auch die Kandidaten der CHP laut dem Staatspräsidenten ohne Emblem der Partei kandidieren. (ch)

 
 

EURE FAVORITEN