Erdogan: DAS verlangt die Türkei angeblich jetzt von deutschen Studenten

Die Goethe-Universität in Frankfurt: Das türkische Generalkonsulat soll eine brisante Anfrage gestellt haben.
Die Goethe-Universität in Frankfurt: Das türkische Generalkonsulat soll eine brisante Anfrage gestellt haben.
Foto: dpa

Wie weit reicht der Arm von Recep Tayyip Erdogan? Ein Vorgang an der Goethe-Universität in Frankfurt gibt zumindest Anlass zu Sorge.

Das türkische Generalkonsulat soll von Studierenden der Goethe-Universität in Frankfurt die Herausgabe von Namen kurdischer Kommilitonen verlangt haben, wie unter anderem die „Welt“ berichtet.

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Demnach habe sich der türkische Generalkonsul an die Universitätsleitung gewandt, die wiederum mit eine Bitte an Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) herangetragen hat.

Erdogan: Türkisches Generalkonsulat soll Namen von kurdischen Studenten verlangt haben

Die Asta-Leute sollten demnach Vertreter der kurdischen Studierendengruppe YXK identifizieren und deren Namen weitergeben. Das lehnten die Studenten ab - um die kurdischen Studierenden zu schützen: „Der türkische Staat ist kein Partner wie jeder andere.

„Im Visier des Geheimdienstes“

Durch öffentliche Äußerungen zur politischen Lage in der Türkei gerät man schnell ins Visier des türkischen Geheimdienstes“, heißt es beim Asta.

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Die Uni-Leitung weist die Vorwürfe laut „Welt“ zurück. So habe man nur um Informationen zu einer Veranstaltung des kurdischen Frauenverbandes gebeten, nicht aber nach einzelnen Personen. Auch seien keine Informationen an das türkische Generalkonsulat gegeben worden. Das Konsulat habe zwar im Vorfeld „einen Hinweis auf die Veranstaltung“ der Kurdinnen gegeben - aber keine Anfrage gestellt.

Türkei-Konsulat soll Uni angefragt haben

Dass dem Konsulat keine Infos weitergereicht worden sind, liege allerdings schlicht daran, dass die Uni-Leitung keine Infos hatte, heißt es beim Asta. Denn der Studierendenausschuss habe sich ja geweigert, der Uni-Leitung Namen zu nennen.

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Es sei „bereits ein Skandal, dass das Generalkonsulat die Universität anfragt und die Universitätsleitung diesen Brief nicht gleich zerreißt, sondern Gehorsam leistet“, sagte Asta-Referentin Fatma Keser gegenüber der „Welt“.

Die kurdische Studierendengruppe YXK, die der Untergrundorganistation nach Einschätzung von Experten der verbotenen Arbeiterpartei PKK nahestehen soll, sieht den Vorgang als „Einschüchterungsversuch“. (pen)

 
 

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