Erdogan attackiert Deutsche in Wutrede: „Hans und George wollen uns schwächen“

Sivas. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadt Sivas hat türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Wutrede gehalten und dabei auch Deutschland attackiert.

Der 64-Jährige sagte bei seinem Besuch: „Während die Regierung gegen den Terrorismus kämpft, redet ihr von Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und Spitzpaprika. George und Hans wollen uns schwächen und damit bereiten sie den Weg.“

Der Präsident sprach damit die Gemüse-Preiserhöhungen an. Erdogan macht für die Preisanstiege nicht die von seiner Regierung mitverursachte schlechte wirtschaftliche Lage, sondern gierige Händler und „Kräfte aus dem Ausland“ wie Deutsche („Hans“) und Amerikaner („George“) verantwortlich. Davon berichtet die türkische türkische Zeitung Sabah.

Recep Tayyip Erdogan: Türkischer Präsident nennt Deutsche "Hans"

Auch in Ankara sagte Präsident Erdogan während einer Rede, so, wie man Terroristen bekämpfe, wolle man jetzt auch die bekämpfen, die „Lebensmittel-Terror“ verbreiteten.

Die Türken reagieren auf rasante Preissteigerungen – vor allem beim Gemüse. Angesichts der schnell steigenden Lebensmittelpreise in der Türkei hat die Regierung damit begonnen, billiges Gemüse direkt an die Bürger zu verkaufen.

Im Fernsehen waren am Montag lange Schlangen an in Innenstädten aufgestellten Zelten zu sehen. CNN Türk zufolge soll es in der Hauptstadt Ankara 30 Verkaufsstellen geben. In Istanbul sollen es 50 sein. Wieviele Verkaufsstellen insgesamt eingerichtet wurden, blieb zunächst unklar.

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Die hohen Lebensmittelpreise sind ein Politikum, und der staatliche Gemüsehandel wohl mehr Wahlkampf-Strategie als eine Erleichterung für das Portemonnaie von 82 Millionen Türken.

Kommunalwahlen Ende März

Am 31. März sind Kommunalwahlen. Die Jahresteuerung lag jüngst bei 20,35 Prozent. Besonders teuer sind Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke geworden. Im Januar 2019 kosteten Produkte aus dieser Kategorie im Durchschnitt 30,97 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Bei Paprika waren es dem türkischen Statistik-Institut TÜIK zufolge sogar rund 88 Prozent mehr, bei Auberginen rund 81 Prozent.

Nach den Worten Erdogans soll es ähnliche Initiativen bald auch bei Putzmitteln geben. „Somit werden meine Bürger, meine Schwestern Ayse und Fatma, mein Ahmet und mein Mehmet auf idealste Weise von diesem Rabatt profitieren.“ (ms/cs/dö mit dpa)

 
 

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