EKD-Vorsitzende fordert Reformen in der Kirche

Foto: epd

Berlin. Die Kirche müsse sich stärker öffnen, findet Katrin Göring-Eckardt, Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Am Rande des Kirchentags in Bremen sprach sie sich für eine umfassende Ökumene aus. So dürfe man etwa einer Diskussion um ein gemeinsames Abendmahl nicht ausweichen.

Die evangelische Kirche muss sich nach Ansicht von EKD-Präses Katrin Göring-Eckardt (Grüne) stärker öffnen und dabei auch auf Ungläubige zugehen. «Die Menschen dürfen nicht das Gefühl haben, dass die Kirche eine verschworene Gemeinschaft ist, die sich in dunkle Kirchen zurückzieht», sagte Göring-Eckardt der «Berliner Zeitung». «Wir müssen auf diejenigen zugehen, die von sich aus vielleicht keine Beziehung mehr zur Kirche haben. Und zwar nicht, indem wir immer gleich mit dem Beitrittsformular winken.»

Die Grünen-Politikerin sprach sich für Reformen in der Kirche aus. «Die Gesellschaft und das Leben der Menschen haben sich verändert. Die neuen Medien spielen eine immer größere Rolle», sagte Göring-Eckardt. Auch müsse man vielfältiger werden. «Die Bedürfnisse von Eltern mit Kindern sind andere als die von Menschen, die eine intellektuelle Predigt haben wollen.»

Umfassende Ökumene erforderlich

Reagieren muss die Kirche nach Ansicht Göring-Eckardts auch auf die demografischen oder gesellschaftliche Veränderungen wie etwa die hohe Mobilität der Berufstätigen. «Der Sonntagsgottesdienst ist nicht das einzige, was die Menschen von der Kirche erwarten», betonte sie. Auch müsse mehr über die Qualität der Gottesdienste gesprochen werden.

Zugleich sprach sich Göring-Eckardt für eine umfassende Ökumene aus. Gerade die Besucher des Kirchentages hätten ein großes Interesse an der Ökumene. So dürfe man auch einer Diskussion über ein gemeinsames Abendmahl nicht ausweichen, betonte die Politikerin, die vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen evangelischer und katholischer Kirche sieht: «Lebensstationen wie die Taufe, die Firmung beziehungsweise Konfirmation, die Hochzeit oder die Beerdigung sollten immer auch ökumenisch gedacht werden.» (ddp)

Mehr zum Thema:

 
 

EURE FAVORITEN