„Eine kurze Email reicht“

Abgeordnetenwatch, die Politiker-Sprechstunde im Netz, steht für Nordrhein-Westfalen in den Startlöchern. Joachim Kamp aus Emsdetten hat bereits gespendet, um Politik transparenter zu machen.

„Ich engagiere mich beruflich und privat für eine rauchfreie Stadt“, erzählt Joachim Kamp, Hausarzt in Emsdetten. Im Internet recherchierte er über das Thema und stolperte dabei förmlich über Abgeordnetenwatch. Auf dem Portal können Politik-Interessierte Fragen an Bundestagsabgeordnete stellen. Die Themen sind dabei frei wählbar.

„In Bezug auf die Tabak-Debatte ist mir auf dem Portal klar geworden, wie Manipulation funktioniert. Wenn Politiker dort in Textbausteinen antworten, dann entlarven sie sich und ihre Einstellung zu dem Thema selbst“, schildert er seine Erfahrung. Von manchen Antworten wurde der 42-Jährige jedoch auch positiv überrascht: „Ich hatte auf der Seite die Diskussion um Testkäufe, wie sie Ursula von der Leyen vorgeschlagen hatte, angestoßen. Ein Sozialdemokrat zeigte sich sehr begeistert von meinen Anregungen.“

Antworten für alle

Über viele Themen, meint der Arzt, bekäme man durch die Medien nicht alle speziellen Informationen, die einen interessierten. „Man erfährt über Abgeordnetenwatch auch Dinge, die so nicht in den Zeitungen stehen“, meint Kamp. Praktisch und effektiv sei, dass Fragen, die nur eine Person stelle, für alle einsehbar beantwortet würden. „Wenn ich eine Antwort per Email bekomme, kann ja nur ich sie lesen.“ Ebenso sei das Angebot „niederschwellig“: „Ich habe keine langen Wege zur Sprechstunde, muss keine Briefe schreiben und abschicken – eine kurze Email reicht.“

Zurzeit wird das Projekt auch für Nordrhein-Westfalen angestoßen. Doch um das Portal zu organisieren und gemäß des strengen Moderatoren-Kodexes zu moderieren, bedarf es noch vieler Spenden. Joachim Kamp ist einer der ersten, der für das NRW-Portal monatliche Spenden zahlt. Den Vater von vier Kindern würde besonders die Schulpolitik des Landes interessieren: „Dazu hätte ich einige Fragen.“

„Man kann durch Abgeordnetenwatch etwas verändern“, ist sich Joachim Kamp sicher. „Mit den Fragen übt man einen gewissen Druck auf die Politiker aus. Antworten müssen her, denn wenn nicht geantwortet wird, kann das ja auch jeder sehen.“ Demnach müssten sich die Abgeordneten mit dem Thema beschäftigen. „Und wenn sie dann zurück schreiben, dass sie die Anregung aufgenommen haben und sie an die entsprechende Stelle weiterleiten – dann setzt man damit Prozesse in Gang.“

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