Eine Chance verpasst – leider

Impfen bleibt Privatsache: Die bundesweite Impfpflicht gegen Masern ist vom Tisch. Die Koalition will zwar die Masern ausrotten – scheut aber den entscheidenden Schritt. Das ist schade. Dabei hätte die Regierung offene Türen eingerannt: Die Mehrheit ist laut Umfragen für eine Impfpflicht – die Gegner, Skeptiker und die Impfmüden sind in der Minderheit. Doch gerade um diese Minderheit geht es: Wer keinen Impfschutz hat, gefährdet nicht nur sich selbst. Er gefährdet auch diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können – zum Beispiel, weil sie noch zu klein dazu sind.

Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2015 die Masern auszurotten. Das hat nicht funktioniert. Sobald sich im nächsten Winter erneut die Masernfälle häufen, wird die Frage wieder virulent: Wie viel Impffreiheit ist gesund – und ab wann wird Egoismus draus? Die Impfpflicht ist vorläufig vom Tisch, aber sie bleibt im Raum: als Verpflichtung.

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