Christen in Ägypten im Visier des Terrors - Ein Toter bei Anschlag auf Katharinenkloster in Ägypten

Das Katharinenkloster im Süden der Sanai-Halbinsel in Ägypten.
Das Katharinenkloster im Süden der Sanai-Halbinsel in Ägypten.
Foto: Aladin Abdel Naby / REUTERS
  • Koptische Christen in Ägypten geraten verstärkt ins Visier von Extremisten
  • Nun griffen Terroristen das berühmte Katharinenkloster an

Kairo.  Bei einem Anschlag in der Nähe des berühmten Katharinenklosters im Süden der Sinai-Halbinsel in Ägypten ist mindestens ein Polizist getötet worden. Darüber hinaus haben Bewaffnete an einem Kontrollpunkt am späten Dienstagabend drei weitere Beamte verletzt, teilte das ägyptische Innenministerium mit. Soldaten hätten das Feuer erwidert bis die Lage unter Kontrolle gebracht worden sei.

Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat über sein Sprachrohr Amak. Das Katharinenkloster ist eines der ältesten der Christenheit. Ein Sprecher sagte, allen Priestern im Kloster gehe es gut.

Viele Tote bei Anschlägen auf koptische Kirchen

In der vergangenen Woche waren am Palmsonntag bei zwei Selbstmordanschlägen auf koptische Kirchen in Alexandria und Tanta mindestens 45 Menschen getötet worden. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi rief daraufhin den Ausnahmezustand für zunächst drei Monate aus. Dadurch werden den Behörden größere Befugnisse im Kampf gegen islamistische Rebellen gegeben. Zu den Anschlägen hatte sich ebenfalls der IS bekannt.

Christen waren in Ägypten in den vergangenen Monaten verstärkt im Visier von Extremisten. Im Februar flohen Hunderte ägyptische Christen aus dem Norden der unruhigen Sinai-Halbinsel. Vorangegangen war eine Mordserie an Mitgliedern der religiösen Minderheit, hinter der der IS vermutet wurde.

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Mit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 hatten die Angriffe auf Christen in dem Land zeitweise zugenommen. Unter Mursis Nachfolger Al-Sisi beruhigte sich die Lage wieder etwas. (dpa)

 
 

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