„Ein Girokonto gibt’s nicht kostenlos“

Essen.  Bottrop erhöhte zu Jahresbeginn. Essen will ab 1. Juli die Preise für vier von sechs Girokonto-Modellen heraufsetzen. Viele Sparkassenkunden müssen sich in Zukunft auf höhere Bankgebühren einstellen. Davon geht die Verbraucherzentrale NRW aus. „Schon seit Längerem beobachten wir, dass die Bankenwelt vom Trend zum billigen bis kostenlosen Konto wieder abrückt“, sagte Annabel Oelmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale, dieser Zeitung. Die Kreditinstitute versuchten offenbar, durch höhere Gebühren die sinkenden Einnahmen aus dem Kreditgeschäft zu kompensieren.

Dem verständlichen Ärger der Bankkunden darüber hält Verbraucherschützerin Oelmann entgegen, dass es ein kostenloses Girokonto eigentlich nicht gibt. „Service kostet Geld, Filialen kosten Geld“, so Oelmann. Wer also eine Sparkassenfiliale in der Nachbarschaft haben wolle, dem müsse klar sein, dass das seinen Preis habe.

Die Finanzexpertin rät dazu, die Angebote der Banken genau zu prüfen. Besonders ärgerlich seien versteckte Kosten. Oelmann: „Plötzlich gibt es die Kreditkarte nicht mehr kostenlos.“ Wie teuer ein Girokonto sein dürfe, komme auf den Einzelfall an. „Wer keine Filiale um die Ecke braucht und seine Bankgeschäfte ohnehin nur online tätigt, ist bei einer Direktbank möglicherweise besser aufgehoben.“ Oft wechselten Kunden die Bank aber aus reiner Bequemlichkeit nicht. Achten sollten Verbraucher auch auf die Dispozinsen, die angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus immer noch viel zu hoch seien.

 
 

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