Ein Geschäft mit der Not

Frankfurt.  Die Flüchtlings-Hilfsorganisation Pro Asyl hat sich entsetzt über die Fälle von Misshandlung in Flüchtlingsunterkünften in NRW gezeigt. Die Organisation fordert eine umfassende Aufklärung der Vorfälle. Flüchtlingsunterkünfte dürften kein rechtsfreier Raum sein.

„Wenn in Flüchtlingslagern zwei Wochen lang durch einen privaten Sicherheitsdienst gefoltert wird, dann stimmt etwas grundsätzlich nicht“, sagte Günter Burkhardt von Pro Asyl. „Aus der Not der Flüchtlinge wird ein Geschäft gemacht und an Sozialarbeitern gespart.“ Der Vorfall zeige, dass bei der Unterbringung von Flüchtlingen offenbar „gar keine Qualitätsstandards“ gelten. Die staatlichen Stellen würden Aufträge zum Betreiben von Unterkünften an den billigsten Anbieter vergeben. Ob dieser dann qualifiziertes und interkulturell geschultes Personal einstelle oder gewaltbereite Schläger, werde nicht kontrolliert.

„Die Vorfälle zeigen ein menschenverachtendes Weltbild und erschreckenden Rassismus“, so eine Erklärung von Pro Asyl. Die Bestrafung der Täter alleine sei nicht ausreichend. Deutschland brauche ein „an den Bedürfnissen der Flüchtlinge orientiertes Aufnahmekonzept“.