Ehemaliger Erfurter NPD-Chef enttarnt sich als früherer V-Mann

Der ehemalige Vorsitzende des Erfurter NPD-Kreisverbandes hat jahrelang als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz gearbeitet. Mit dem Honorar habe er NPD-Aktivitäten bezahlt.
Der ehemalige Vorsitzende des Erfurter NPD-Kreisverbandes hat jahrelang als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz gearbeitet. Mit dem Honorar habe er NPD-Aktivitäten bezahlt.
Foto: REUTERS
Der frühere Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes in Erfurt hat jahrelang als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz gearbeitet. Kai-Uwe Trinkaus erklärte, er habe zwischen 2006 und 2010 gegen ein Honorar von 1000 Euro Informationen an den Geheimdienst geliefert. Mit dem Geld habe er NPD-Aktivitäten finanziert.

Erfurt.. Der frühere Erfurter NPD-Kreischef, Kai-Uwe Trinkaus, hat jahrelang als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz gearbeitet. Zwischen 2006 und 2010 habe er regelmäßig Informationen unter dem Decknamen Ares an den Geheimdienst geliefert, sagte er dem Sender MDR Thüringen, wie dieser am Mittwoch berichtete.

Mit dem Honorar von etwa 1.000 Euro monatlich habe er die Aktivitäten der NPD bezahlt. 2010 sei er dann abgeschaltet worden. Er ist damit nach Thomas Dienel und Tino Brandt der dritte enttarnte V-Mann in der Thüringer NPD. Nach eigenen Angaben hat Trinkhaus 2007 auch einen Vertrauten in die Linke-Landtagsfraktion geschleust. Der Verfassungsschutz sei darüber informiert gewesen.

Trinkhaus wechselte den Angaben zufolge nach einer Auseinandersetzung mit dem heutigen NPD-Landeschef Patrick Wieschke zur DVU. Laut dem Bericht hat sich Trinkhaus nun selbst enttarnt, da seine V-Mann-Tätigkeit durch den NSU-Untersuchungsausschuss ohnehin bekanntgeworden wäre. (dapd)

 
 

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