Edeka: Heftige Vorwürfe von Agrarministerin – wegen dieses Angebots

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner übt harte Kritik an Edeka.
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner übt harte Kritik an Edeka.
Foto: dpa/Screenshot/Montage: Der Westen

Berlin. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner übt heftige Kritik an Supermarkt-Riese Edeka. Hintergrund ist die Debatte um eine mögliche „Fleischsteuer“. Politiker von SPD und Grünen hatten die Idee gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ ins Spiel gebracht.

Sie überlegen, die Mehrwertsteuer bei Fleisch von 7 auf 19 Prozent zu erhöhen. „Es gibt heute Discounter in Deutschland, die ein halbes Kilogramm Hack für 2,50 Euro anbieten. Wenn sie da die Mehrwertsteuer um zwölf Prozent erhöhen, sind sie bei 2,80 Euro. Das ist glaube ich vertretbar“, so Rainer Spiering, landwirtschaftlicher Sprecher der SPD, gegenüber der Zeitung.

Edeka in der Kritik

Mit den Mehreinnahmen, die dadurch erzielt werden, könne man die Haltung von Tieren verbessern. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich in einem schriftlichen Statement erstaunlich offen gegenüber dieser Idee: „Ich finde erstmal die Diskussion richtig und wichtig, dass wir für Tierhaltung auch ein Stückchen weit bereit sein müssen, gesamtgesellschaftlich einen Preis zu zahlen.“

+++ Fleisch soll teurer werden: „Fleischsteuer“ könnte viele Kunden verärgern +++

Am Donnerstag legte Klöckner via Twitter nach und übte heftige Kritik an den teilweise extrem günstigen Fleischpreisen. Unter anderem teilte sie einen Tweet des CDU-Abgeordneten Johannes Steiniger, der sich ironisch zu einer möglichen Fleischsteuer äußerte.

Bei einem Preisunterschied von 17 Cent bei 400 Gramm Würstchen würde es überhaupt keine Lenkungswirkung geben, so Steiniger,

Angebot von Edeka sorgt 2018 für Shitstorm

Später wurde Klöckner noch deutlicher. Eine Twitter-Userin hatte ein Zitat Klöckners kritisiert. Die CDU-Politikerin hatte im Deutschlandfunk gesagt: „Man ist bereit, für ein Handy mehrere hundert Euro auszugeben, aber für 100 Gramm Hähnchenfleisch nur 15 Cent. Ich finde das vom Angebot her unanständig.“ Die Kritik der Twitter-Userin: So günstiges Fleisch gebe es doch gar nicht.

Doch hier reagierte Klöckner prompt - und ging dabei Edeka heftig an:

Das Angebot aus dem Jahr 2018 hatte seinerzeit bereits für einen Aufschrei gesorgt - vor allem, da das Fleisch sogar unter dem eigenen Label „Initiative Tierwohl“ verkauft wurde.

Edeka hatte sich damals damit gerechtfertigt, keinen Einfluss auf den Erzeugerpreis zu haben.

 
 

EURE FAVORITEN