Durchbruch bei der Bahn: Vorerst keine Streiks mehr

Die Bahn – Hunderttausende Pendler sind jeden Tag darauf angewiesen.
Die Bahn – Hunderttausende Pendler sind jeden Tag darauf angewiesen.
Foto: dpa
Die Gefahr eines massiven Bahnstreiks ist vorerst gebannt. Die Bahn AG und die Lokführergewerkschaft GDL haben eine Teileinigung erzielt.

Essen. Mit der Teileinigung zwischen der Bahn AG und der Lokführergewerkschaft GDL bei den Tarifverhandlungen seien Streiks erst einmal vom Tisch, sagte eine GDL-Sprecherin. Gewerkschaftschef Claus Weselsky spricht sogar von einem „Durchbruch“. Sein Gegner in der monatelangen Tarifauseinandersetzung, Bahnvorstand Ulrich Weber, äußert sich etwas vorsichtiger: „Wir haben Streiks abgewendet und können einigermaßen beruhigt ins neue Jahr gehen.“

Und so sehen die ausgehandelten „Zwischenergebnisse“ (Weber) aus: Alle GDL-Mitglieder – also nicht nur Lokführer, sondern auch Zugbegleiter, Bistro-Mitarbeiter und Rangierer – erhalten für die Monate Juli bis Dezember 2014 einen Einmalzuschlag von 510 Euro. Das liegt um 120 Euro über dem letzten Bahnangebot.

Für Januar sind neue Verhandlungen vereinbart

Für den 19. und den 28. Januar sind Verhandlungen vereinbart, bei denen es um die Zahlungen für 2015 geht. Dafür liegt ein Bahnangebot auf dem Tisch, das fünf Prozent mehr Geld in drei Schritten und eine bessere Altersversorgung vorsieht. Die GDL verlangt für die Runde eine um eine Stunde verringerte Wochenarbeitszeit, was einer 38-Stunden-Woche entspricht. Bisher wollte sie zwei Stunden weniger Arbeit.

GDL-Chef Weselsky zeigte sich zufrieden: Die Bahn habe alle Bedingungen für Tarifverhandlungen fallen gelassen und mit der Einmalzahlung erstmals einen Abschluss für alle GDL-Mitglieder vereinbart.

Für die Bahn entscheidend: Die GDL hat das Interesse der Bahn anerkannt, konkurrierende Tarifabschlüsse in einer Berufsgruppe zu vermeiden.

Die Bahn AG spricht aber immer noch von „zahlreichen strukturellen und inhaltlichen Fragen“, die im Januar geklärt werden müssten. Sie hat noch am Mittwoch der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, die insgesamt die Mehrheit der Bahnmitarbeiter vertritt, ein inhaltsgleiches Angebot in den betroffenen Berufsgruppen gemacht.

Die mehrfachen Streikrunden der Lokführer in den letzten Monaten haben der Bahn Kosten im dreistelligen Millionenbereich verursacht. Noch vor kurzem hatte die Lokführergewerkschaft mit dem „größten Streik in der Geschichte“ gedroht – und passend das tägliche Streikgeld für ihre Mitglieder von 50 auf 70 Euro erhöht.

 
 

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