Donald Trump löst Skandal aus – Grund ist ein Filzstift

Donald Trump: Was nicht passt, wird passend gemacht.
Donald Trump: Was nicht passt, wird passend gemacht.
Foto: dpa

Donald Trump setzt seine Prioritäten an erstaunlicher Stelle.

Immer noch bedroht der Hurrikan „Dorian“ die Ostküste der USA, auf den Bahamas richtete der Sturm extreme Verwüstungen an, mindestens sieben Menschen sind gestorben.Donald Trump müsste als US-Präsident nun Vorbereitungen treffen.

Die Gefahr abwägen, mit den Menschen in Kontakt treten, Ruhe bewahren und Panik verhindern.

Donald Trump sorgt für Panik

Er macht das Gegenteil. Jetzt sorgte er für Irritation mit einem merkwürdigen Bild, einer offenbar per Hand abgeänderten Karte des Hurrikan-Verlaufs: Mit einem schwarzen Filzstift wurde der Radius des Hurrikans erweitert. Was steckt dahinter?

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Es begann alles, wie so oft bei Trump, auf Twitter. Am Sonntag schrieb er dort - im Widerspruch zu den offiziellen Vorhersagen des Nationalen Hurrikan-Zentrums -, dass auch Alabama sehr hart von dem Wirbelsturm getroffen werden könnte.

Donald Trump: „Bitte seid vorsichtig“

Nach raschem Gegenwind auf Twitter legte Trump später nach und sagte bei einem Hurrikan-Briefing an die Bürger Alabamas gerichtet: „Bitte seid auch vorsichtig.“ Der amtliche Wetterdienst in Alabama indes stellte am Sonntag auf Twitter klar: „Alabama wird keine Auswirkungen von "Dorian" spüren.“

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Als sich manche US-Medien an der Alabama-Verwirrung erfreuten, legte Trump am Montag nach und bezeichnete die Berichte über seine angebliche Falschaussage als künstlich aufgeregt und unwahr.

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Donald Trump und der Sturm

  • Hurrikan Dorian ist der schwerste in der Geschichte der Bahamas
  • Sieben Menschen starben - mindestens
  • Donald Trump musste viel Kritik einstecken - wegen seines Verhaltens während der Krise

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Der Präsident wollte den Spott offenbar so nicht auf sich sitzen lassen: Bei einem Hurrikan-Briefing in seinem Büro im Weißen Haus, dem Oval Office, präsentierte er am Mittwoch eine offizielle Karte des Hurrikan-Verlaufs - und irgendjemand hatte offenbar mit einem schwarzen Filzstift das Gebiet der möglichen Sturm-Ausbreitung vergrößert, damit auch noch Alabama berührt wurde.

Hat Donald Trump die Karte selbst geändert?

Einige US-Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen schnell, Trump habe die Karte selbst ausgebessert. Dafür gab es aber keine glaubwürdige Bestätigung.

Bei einem weiteren Auftritt im Weißen Haus wurde Trump dann am Mittwoch von Journalisten gefragt, wie es zu der veränderten Karte gekommen sei. „Ich weiß nicht. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht“, sagte er.

Gleichzeitig verteidigte er seine Aussage: Eine frühe Hurrikan-Prognose hätte mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit gezeigt, dass Alabama auch betroffen sein würde. So sei es dann aber nicht gekommen, räumte Trump ein. „Alabama hätte schwer getroffen werden sollen“, behauptete er. Wie er auf diese Idee kam, sagte er nicht.

Hurrikan "Dorian": Keine Auswirkungen auf Alabama

Die offiziellen Grafiken des Nationalen Hurrikan-Zentrums prognostizierten jedenfalls zu keinem Zeitpunkt bedeutende Auswirkungen des Sturms auf Alabama. Am Sonntag, als Trump erstmals Alabama ins Gespräch brachte, zeigten die Karten eindeutig einen prognostizierten Verlauf entlang der südöstlichen US-Küste, nicht in Richtung Alabama.

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Donald Trump:

  • Geboren 1946 in New York City
  • Trumps Vater wird durch Immobiliengeschäfte zum Multimillionär
  • Trump ist jahrzehntelang vornehmlich eher als eine Art Kultfigur bekannt
  • Völlig überraschend wird Donald Trump 2017 US-Präsident

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Zum Beweis seiner Position veröffentlichte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) dann noch eine - bereits eine Woche alte - Karte eines örtlichen Wetteramtes, auf der verschiedene Modelle auch eine geringe Wahrscheinlichkeit eines Eintreffens des Sturms in Alabama auswiesen. „Ich nehme die Entschuldigungen der 'Fake News' an“, schrieb Trump auf Twitter im Hinblick auf kritische Medienberichte.

„Ignorieren sie das Produkt“

Unten auf der von Trump verbreiteten Karte stand indes klar, dass im Zweifel die Prognosen des Hurrikan-Zentrums (NHC) verbindlich seien. „Sollte irgendetwas auf dieser Grafik Verwirrung stiften, ignorieren Sie das gesamte Produkt“, hieß es dort weiter.

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Hurrikan „Dorian“ bewegte sich am Mittwochabend vor dem US-Bundesstaat Georgia weiter an der US-Küste entlang und sollte am Donnerstag South Carolina erreichen, wo der Hurrikan erstmals in den USA an Land treffen könnte. „Dorian“ war zuvor auf die nördlichen Bahamas getroffen und hinterließ dort eine Schneise der Verwüstung. (pen, dpa)

 
 

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