Diese Spitzenpolitiker werden am häufigsten gegoogelt

Das sind die Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl 2017

Bei der Bundestagswahl machen wohl die wenigsten Wähler wegen Parteiprogrammen ihr Kreuz bei einer bestimmten Partei. Meist sind es die Kandidaten, die über die Stimmabgabe entscheiden. Wir stellen die Spitzenkandidaten vor.

Bei der Bundestagswahl machen wohl die wenigsten Wähler wegen Parteiprogrammen ihr Kreuz bei einer bestimmten Partei. Meist sind es die Kandidaten, die über die Stimmabgabe entscheiden. Wir stellen die Spitzenkandidaten vor.

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Welcher Kandidat weckt das meiste Interesse auf Google? Die Kanzlerin ist ganz vorn, aber eine Newcomerin liegt auch überraschend gut.

Berlin.  Nicht nur auf den Bühnen auf den Marktplätzen der Nation stehen im Bundestagswahlkampf die Spitzenkandidaten im Mittelpunkt. Auch im Internet hat der Wahlkampf begonnen. Doch welcher Politiker weckt das größte Interesse?

Das deutsche Google-Trends-Team hat unserer Redaktion die wöchentlichen Suchanfragen zu den Spitzenkandidaten seit dem 18. September – also ein Jahr vor der Bundestagswahl - zur Verfügung gestellt. Die Daten reichen bis zum 11. Juni 2017. Das höchste Suchvolumen wurde in der Google-eigenen Systematik mit dem Wert 100 versehen, kein Suchaufkommen mit 0.

Eine Analyse der Suchanfragen zu den Parteien hatte bereits einige Überraschungen hervorgebracht . Auch unter den Spitzenkandidaten gibt es einige bemerkenswerte Ergebnisse:

Angela Merkel (CDU): Besuch bei Trump lässt Interesse steigen

Angela Merkel (CDU) erreicht aktuell absolute Topwerte bei den Suchergebnissen, an die nur ihr Konkurrent Martin Schulz (SPD) heranreicht. Die beiden wecken so viel Interesse, dass die anderen Parteien selbst mit Prominenten wie Jogi Löw, Dieter Bohlen oder Andrea Berg antreten könnten und nicht an dieses Suchvolumen heranreichen würden.

Die Kanzlerin steht dabei mit Abstand vor Schulz an der Spitze – sie erreichte in der Woche vom 12. März 2017 den Top-Wert von 100 in der Google-Systematik. Es war die Woche vor Merkels Besuch beim US-Präsidenten Donald Trump. Nicht zuletzt wegen der Frage nach unangenehmen Handschlägen mit Trump fieberte die Öffentlichkeit dem Besuch entgegen. Auch in der Folgewoche erzielte der Name Angela Merkel ein hohes Suchvolumen.

Das Suchvolumen gibt dabei keinen genauen Hinweis auf Sympathien. Die Anfrage „Angela Merkel ist doof“ zählt in der Statistik genau so viel wie „Angela Merkel ist toll“.

Der Schulzzug macht im Internet keinen Halt

Bis zum 25. März war Martin Schulz (SPD) kein Unbekannter, wenn es nach Google geht. Doch ab dem Tag, an dem der bisherige SPD-Chef Gabriel seinen Rücktritt bekannt gab, wurde Schulz zum gefragten – beziehungsweise gesuchten – Mann. Denn Gabriel installierte in einem „stern“-Interview Schulz als Kanzlerkandidaten und seinen Nachfolger als SPD-Chef.

Mit einem Wert von 73 liegt Schulz zwar hinter Merkel, aber deutlich vor allen anderen Spitzenkandidaten.

Alice Weidel (AfD) stürmt auf Platz drei

Alice Weidel kennen Sie nicht? Das dachten sich vor und während des Bundesparteitags der AfD in Köln am 23. April wohl auch viele andere Menschen. Und so wurde ab da kräftig nach der neuen Spitzenfrau in der rechtspopulistischen Partei gegoogelt. Das höchste Suchvolumen für Weidel gab es in der Woche, in der auch der Parteitag der AfD stattfand mit einem Wert von 34,32.

Cem Özdemir weckt Interesse mit Erdogan-Kritik

Die Woche bis zum 12. März 2017 verläuft für die Grünen um den Spitzenkandidaten Cem Özdemir nicht nur positiv. In Umfragewerten liegt die Partei zu dieser Zeit am Boden. Doch gleichzeitig kann sich Özdemir selbst profilieren. Inmitten des Streits mit der Türkei spricht der Sohn türkischer Eltern deutliche Worte über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und fordert den Abzug der deutschen Luftwaffe vom türkischen Stützpunkt Incirlik. Den Abzug haben Bundesregierung und Bundestag mittlerweile beschlossen.

Dass die Grünen am 10. März ihr Wahlprogramm vorgestellt haben, dürfte Cem Özdemir noch einmal zu Prominenz in den Suchergebnissen bei Google und einem Analysewert von 33,52 geführt haben.

Sahra Wagenknecht: Wahlschlappe folgt auf hohes Suchvolumen

Wie auch Cem Özdemir forderte Sahra Wagenknecht von den Linken im März 2017 eine härterer Gangart gegenüber dem polternden türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das brachte der Linken um Wagenknechts Partner Oscar Lafontaine zwar keine Stimmen bei der Landtagswahl im Saarland ein. Der Spitzenkandidatin selbst beschert es aber ein relativ hohes Suchvolumen mit einem Wert von 17,59 in der Woche bis zum 26. März 2017.

Christian Lindner: Interesse ist an Erfolg geknüpft

In sozialen Netzwerken ist Christian Lindner einer der aktivsten Politiker der großen deutschen Parteien. Doch beim Suchvolumen der Spitzenkandidaten der Parteien liegt Lindner hinter den anderen.

Seinen Höchstwert in unserer Analyse erzielt Lindner am Tag der Landtagswahl in NRW. Er kommt am 14. Mai auf einen Wert von 15,34. Lindner ist in unserer Analyse der einzige Kandidat, dessen Höchstwert in eine Woche mit einer Wahl fällt, bei der die Partei des Kandidaten erfolgreich war.

 
 

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