„Die Troika drückt uns unter Wasser“

Athen/Hamburg..  Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat mit drastischen Vergleichen schwere Vorwürfe gegen die internationalen Gläubiger des Krisenlandes erhoben. Den von der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Inter­nationalem Währungsfonds nach Athen entsandten Vertretern warf Varoufakis vor, sein Land gleichsam unter Wasser zu drücken. „Kurz vor dem Herzstillstand wird uns gestattet, ein paar Atemzüge zu nehmen. Dann drückt man uns wieder unter Wasser, und alles geht von vorn los“, sagte Varoufakis dem „Spiegel“.

Forderung nach Schuldenschnitt

Zwar handele es sich bei den Troika-Beamten um anständige Leute, doch ihre Arbeit richte großen Schaden an: „Es gab auch bei der CIA sehr ­gute Menschen, die gegen ihren ­Willen beim Waterboarding eingesetzt wurden und sich deshalb in einem schrecklichen moralischen Dilemma befanden“, so Varoufakis.

Von Berlin verlangt der Minister, einem Schuldenschnitt für Athen zuzustimmen. „Jeder weiß, dass Griechenland seine derzeitige Schuldenlast ohne einen neuen Vertrag niemals wird tragen können“, sagte er in dem Gespräch. „Ich verstehe, dass die Bundesregierung das Wort ,Schuldenschnitt’ vermeiden will. Tatsächlich aber wäre ein solcher besser und am Ende für die Gläu­biger sogar günstiger als eine Ver­längerung der Kredite.“

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