Die Reisezeit beginnt

Reisezeit beginnt, jetzt muss man wieder irgendwo hin. Irgendwo ist leicht gesagt. Man muss viele Abende ins Internet gucken und etwas Konkretes finden. Dann packt man Koffer und stellt den Wecker auf fünf, weil man zum Flughafen muss.

Muss man wirklich? Man könnte ja auch bleiben, wo man ist. Für den Urlaub zu Hause gibt es sogar ein Wort: Balkonien. Nur einen Katalog gibt es nicht. Das ist schade, denn es drängt Balkonien-Fans grundsätzlich in die Defensive. Sie: „Guck mal hier, Paris ist schön.“ Er: „Aber deswegen darf man doch nicht gleich hinfahren.“

Reisemuffel erkennt man auch daran, dass sie „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ so pfeifen können, dass es fröhlich klingt. Aber das ist die eitle Scheinwelt des Schlagers: Den Zug gibt es in echt gar nicht.

Um die Ehe zu retten, wählen viele Paare einen Kompromiss zwischen Irgend- und Nirgendwo. Man trifft sie also an der Mosel, im Schwarzwald oder im Harz. Sie lächeln tapfer, weil sie wissen: So eine Reisezeit endet ja auch wieder.

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