Die Pflichten der Radfahrer

Dietmar Seher
In fahrradaffinen Universitätsorten wie Bonn und Münster, zunehmend auch in den Revier-Großstädten, klagt die Polizei über Disziplinlosigkeiten der Radfahrer.
In fahrradaffinen Universitätsorten wie Bonn und Münster, zunehmend auch in den Revier-Großstädten, klagt die Polizei über Disziplinlosigkeiten der Radfahrer.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Das Auto als Kultobjekt? Es war einmal. Für junge Leute – nicht nur für die – ist das Fahrrad ein ­besseres Verkehrsmittel der ­Zukunft. Es ist leise, sauber, im Stau schnell und fast überall einsetzbar.

Der Umstieg aufs Zweirad hat sich zur Massenbewegung entwickelt.

Mit Folgen: In fahrradaffinen Universitätsorten wie Bonn und Münster, zunehmend auch in den Revier-Großstädten, klagt die Polizei über Disziplinlosigkeiten der Radfahrer. In Münster holen die Beamten jeden Tag volltrunkene Pedalritter aus dem Sattel.

Sie ahnden auch Radfahrer-Vergehen gegen Fußgänger. Die sind die schwächsten Verkehrsteil­nehmer. Der Anstieg solcher ­Verkehrssünden ruft geradezu nach verschärften Vorschriften.

Der neue Bußgeldkatalog passt sich also an das wirkliche Leben an. Er sieht höhere Verwarngelder in ­gefährlichen Alltagssituationen vor: Eine Einbahnstraße ist eben eine Einbahnstraße.

Radler mögen da murren. Aber sind höhere Geld­bußen nicht auch eine Art Anerkennung – als Mitglieder im Club von Verkehrsteilnehmern, die gleiche Rechte – und Pflichten – haben?