„Die Partei“ schockiert mit diesem Flüchtlings-Plakat – und greift die CDU an

„Die Partei“ ist für ihre provokanten Aktionen bekannt – und setzt mit diesem Plakat einen drauf.
„Die Partei“ ist für ihre provokanten Aktionen bekannt – und setzt mit diesem Plakat einen drauf.
Foto: Die Partei
  • „Die Partei“ provoziert mit dem bekannten Foto eines toten Flüchtlingsjungen am Strand
  • Damit kritisiert die Satire-Partei die Flüchtlingspolitik der CDU
  • Auf Facebook erntet das Foto heftige Reaktionen

Berlin.  Das Gesicht von Aylan Kurdi ist auf den nassen Sand der türkischen Küste gedrückt, die Arme liegen neben dem Jungen, der eine blaue Hose und ein rotes T-Shirt trägt. Er ist tot. Das Foto von dem Jungen, wie er leblos an einem Strand liegt, an den er zuvor gespült wurde, ist 2015 zu einem der Symbole der Flüchtlingskrise geworden.

Medien rund um den Globus griffen das Foto damals auf, um auf das Leid der Menschen im immer noch andauernden syrischen Bürgerkrieg aufmerksam zu machen. „Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen“, titelte die italienische Zeitung „La Repubblica“ damals.

„Die Partei“ greift Foto wieder auf

Etwa zwei Jahre später hat die für ihre provokanten Aktionen bekannte Satire-Partei „Die Partei“ das Foto jetzt wieder aufgegriffen – und erntet heftige Reaktionen. Denn „Die Partei“ zeigt das Foto in Anlehnung an den CDU-Wahlkampfslogan („Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“) mit dem Spruch: „Für einen Strand, an dem wir gut und gerne liegen.“

Dazu hat die Partei auch dieselbe Unterlegung in Schwarz-Rot-Gold gewählt, oben rechts ist darüber hinaus deutlich der Ansatz des CDU-Schriftzugs zu sehen. Es ist offensichtlich, dass „Die Partei“ damit die Flüchtlingspolitik der Regierungspartei kritisiert.

Kritik, die ihrerseits scharfe Kritik hervorruft. „Das ist so dermaßen widerlich. Ich kotze vor so viel Menschenverachtung“, schreibt eine Nutzerin dazu. „Geschmacklos“, schreibt ein anderer.

„Die Menschen dürfen nicht wegsehen“

Der Kreisverband Dresden hatte das Foto zunächst gepostet, wo es von Facebook allerdings entfernt wurde, weil es gegen Communitystandards verstoßen habe, schreibt „Die Partei“ dort. Der Vater des ertrunkenen Aylan hatte sich über die Veröffentlichung des Fotos 2015 übrigens zustimmend geäußert.

„Die Menschen dürfen nicht wegsehen, was Schreckliches passiert auf dem Weg nach Europa, nur weil man uns vorher kein Visum geben will. Jedes Mal, wenn ich wieder höre, dass ein Boot untergegangen ist, fange ich an zu weinen“, sagte er damals. (bekö)

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