„Die Partei“: Tiefgreifende Entscheidung – mit erheblichen Auswirkungen auf Parlament

Martin Sonneborn und Nico Semsrott von "Die Partei".
Martin Sonneborn und Nico Semsrott von "Die Partei".
Foto: dpa

Die Satire-Partei "Die Partei" ist neuerdings vor allem eins: das Zünglein an der Waage.

Schon mehrfach hat der EU-Abgeordnete und "Die Partei"-Chef Martin Sonneborn durch seine Stimme knappe Abstimmungen in eine Richtung gelenkt. - und damit ganz abseits von Satire echte Politik gemacht.

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„Die Partei“ trifft Entscheidung

Jetzt hat "Die Partei" eine Entscheidung getroffen, die erhebliche Auswirkungen auf das Parlament haben kann. Denn der frisch gewählte Abgeordnete Nico Semsrott hat sich jetzt der Grünen-Fraktion angeschlossen - oder wie der Kabarettist es selbstbewusst bei Twitter ausdrückt: "Als Mitglied des Realo-Flügels von Die Partei habe ich deshalb jetzt die grüne Fraktion bei mir aufgenommen."

"Die Partei": Nico Semsrott geht zur Grünen-Fraktion

Den Grund für die Entscheidung von Nico Semsrott erklärt Martin Sonneborn via Twitter: Das ganze ist ein politischer Schachzug, der sich gegen die Rechtspopulisten im Parlament richtet.

Denn durch den Beitritt von Nico Semsrott haben die Rechtspopulisten und die Grünen gleich viele Fraktions-Mitglieder. Mehr Mitglieder bedeuten im Parlament mehr Redezeit - "Die Partei" hat den Rechtspopulisten damit indirekt Redezeit genommen.

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Martin Sonneborn:

  • Am 15. Mai 1965 in Göttingen geboren
  • Studium der Publizistik, Germanistik und Politik in Münster, Wien und Berlin
  • In den 90ern: Redakteur beim Satire-Magazin „Titanic“, 2000 wird er Chefredakteur
  • 2004: Gründung von „Die Partei“
  • 2000: Satire-Aktion um die Vergabe der Fußball-WM 2006
  • Seit 2014: Mitglied des Europäischen Parlaments

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Martin Sonneborn twitterte dazu süffisant: "Jetzt müsste Gleichstand zwischen GRÜNEN und NAZIS sein, mein Mandat wird immer wertvoller. Smiley"

"Die Partei" konnte Ergebnis vervierfachen

Er selbst bleibt vorerst fraktionslos.

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"Die Partei" war bei der Europawahl äußerst erfolgreich und konnte ihr Ergebnis gegenüber 2014 vervierfachen. Vor allem jüngere Wähler gaben der Partei ihre Stimme.

 
 

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