Die NRW-Linke setzt auf Katharina Schwabedissen

Katharina Schwabedissen wird Spitzenkandidatin der Linken.
Katharina Schwabedissen wird Spitzenkandidatin der Linken.
Foto: dapd
Katharina Schwabedissen soll es für die Linke richten. Die 39-Jährige Wittenerin ist beim Kleinen Parteitag in Düsseldorf an die Spitze der Landesliste gesetzt worden. Seit 2008 ist sie Chefin der Linken. In ihrer Antrittsrede forderte sie eine Millionärssteuer und sprach sich gegen Ämterhäufung in Parteien aus.

Düsseldorf.. Die Linke in NRW verordnet sich eine Frischzellenkur. Vor der Landtagswahl am 13. Mai wechselt die Partei ihre Spitzenkandidatin aus und setzt die 39-jährige Katharina Schwabedissen ganz oben auf ihre Landesliste. Gefeiert beim Kleinen Parteitag in Düsseldorf, eröffnete sie das Rennen um den Wiedereinzug ins Parlament: „Die FDP mag gehen, aber wir werden im Landtag bleiben.“

Die Wittenerin, deren Wahl beim Parteitag in zwei Wochen nur als Formsache gilt, verdrängt Bärbel Beuermann auf Listenplatz 3. Im Gegensatz zu der 56-jährigen Hernerin mit PDS-Vergangenheit kam Schwabedissen über die westdeutsche WASG zur Linkspartei. Platz 2 belegt Wolfgang Zimmermann, Fraktionschef im Landtag.

Schwabedissen ist seit 2008 Landeschefin der Linken

Schwabedissen ist Tochter eines evangelischen Pastors aus Gladbeck und seit 2008 Landeschefin der Linken. Ihr Parteiamt will die zweifache Mutter abgeben, falls sie in den Landtag kommt. „Ich bin klar gegen Ämterhäufung“, sagte sie. In Umfragen liegt die Linkspartei derzeit nur bei vier Prozent. Mit der gelernten Krankenschwester, die sich in der Anti-Atom-Bewegung engagiert, hofft die Linke ein breiteres Wählerspektrum ansprechen zu können. Unter der Überschrift, die „einzig linke Kraft“ im Lande zu sein, zieht die Partei in den Landtagswahlkampf. „Unsere Schuldenbremse heißt Millionärssteuer“, rief Schwabedissen, „mit uns wird es keine griechischen Verhältnisse in NRW geben“. Auch Zimmermann beanspruchte für seine Fraktion die etwas kühne Leistungsbilanz, eine „zaghafte rosa-grüne Koalition“ in den vergangenen zwei Jahren zu einer sozialeren Politik gedrängt zu haben. Beispielhaft nannte er das Tariftreuegesetz und mehr Mitbestimmungsrechte für Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst des Landes.

Die Einführung eines NRW-weiten Sozialtickets für monatlich 15 Euro bleibt die Kernforderung der Linken. Landeschef Hubertus Zdebel kritisierte SPD und Grüne, die sich bei den Etatgesprächen den dafür fälligen Mehrkosten von 35 Millionen Euro verweigert hätten. Als weitere Schwerpunkte nannte er Kita-Plätze für alle Kinder auch unter drei Jahren sowie ein Verbot von Leiharbeit.

 
 

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