Die neue Liebe zum Euro

Düsseldorf/Brüssel.  Der anhaltenden Eurokrise zum Trotz steht die Mehrheit der Deutschen zur europäischen Gemeinschaftswährung: 69 Prozent der Deutschen sprachen sich in einer repräsentativen Erhebung des Forsa-Instituts im Auftrag des „Handelsblatts“ für ein Festhalten am Euro aus.

Der Umfrage zufolge wollen 27 Prozent der Befragten die Deutsche Mark zurückhaben. Im vergangenen Jahr hatte noch jeder Zweite den Euro abgelehnt. Die Zustimmung zum Euro steigt demnach mit der Höhe des Haushaltseinkommens. Bei Nettoeinkommen ab 3000 Euro bewerten demnach 79 Prozent der Befragten den Euro positiv.

„Die für viele nicht durchschaubare Euro-Krise ängstigt die Deutschen zwar. Sie fürchten um ihr Erspartes, die Sicherheit ihrer Altersversorgung, die Finanzausstattung des Staates“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Zeitung. „Die Einstellung zum Euro als Währungseinheit wird davon aber heute nicht mehr berührt.“ Das Euro-Bargeld war am 1. Januar 2002 eingeführt worden. Zwei Monate später ging die Ära der Mark im Bargeldverkehr zu Ende.

Von den Anhängern der Grünen sprechen sich 88 Prozent für den Euro aus, bei den FDP-Anhängern sind es 83 Prozent, bei den Wählern von CDU/CSU 75 Prozent.

Selbstständige sind Befürworter

Nach Berufsstand erwiesen sich die Selbstständigen in der Umfrage als größte Euro-Befürworter (74 Prozent), dicht gefolgt von den Beamten (73 Prozent). Unter den Arbeitern hätten dagegen 46 Prozent gerne die D-Mark zurück. Insgesamt wurden für die Studie 1003 Menschen in Deutschland befragt.

Der Chef der CSU-Abgeordneten im Europaparlament, Markus Ferber, sieht in dem Ergebnis auch eine Absage an die euroskeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD), die unter dem Motto „Schluss mit dem Euro“ für sich wirbt und am Sonntag in Berlin ihren Gründungsparteitag abhält. Knapp ein Viertel der Deutschen können sich einer anderen Umfrage zufolge vorstellen, bei der Bundestagswahl die neue Bewegung zu wählen. 59 Prozent schlossen dies aus.

Auch bei der gestrigen NRZ-Telefonaktion zum Thema Geldanlage war eine D-Mark-Sehnsucht kein Thema. Eine Verunsicherung vieler Sparer war dennoch zu spüren: Zahlreiche Anrufe drehten sich um Auswirkungen der Zypernkrise und die Frage, wie sicher Bankguthaben sind.

 
 

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