Die Franzosen stimmen ab – Darum geht es bei der Wahl

Der neue französische Präsident Emmanuel Macron hofft auf eine Mehrheit in der Nationalversammlung.
Der neue französische Präsident Emmanuel Macron hofft auf eine Mehrheit in der Nationalversammlung.
Foto: Alain Jocard / dpa
In Frankreich wird wieder gewählt. Nach der Präsidentenwahl geht es an diesem Sonntag ums Parlament. Alles Wichtige zu der Abstimmung.

Paris.  In Frankreich hat an diesem Sonntag die erste Runde der Parlamentswahl begonnen. Mehr als 47 Millionen Franzosen sind stimmberechtigt. Wegen der Terrorgefahr im Land wird die Abstimmung von rund 50.000 Polizisten geschützt. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

• Warum wird jetzt gewählt?

Frankreich wählt sein Parlament in der Regel kurz nach der Präsidentenwahl. Das gibt dem neuen Staatschef gute Chancen, eine Mehrheit für sein Programm in der Nationalversammlung zu bekommen. Die Präsidentenwahl hatte der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron gewonnen. Nun strebt er eine Parlamentsmehrheit für seine gerade einmal vor einem Jahr gegründete Partei „La République en Marche!“ (LREM) an.

Die Nationalversammlung ist das zentrale Machtzentrum des französischen Parlaments. Ihre 577 Abgeordneten tagen im altehrwürdigen Pariser Palais Bourbon direkt an der Seine, sie werden für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt.

• Wann gibt es Ergebnisse?

Die Wahllokale sind an diesem Sonntag bis 18 Uhr geöffnet, in großen Städten zwei Stunden länger. Erste Hochrechnungen werden gegen 20 Uhr erwartet.

• Nach welchem System wird gewählt?

In Frankreich gilt das Mehrheitswahlrecht: Ähnlich wie in Großbritannien gilt dabei das Prinzip „Der Sieger kriegt alles“. Letztlich kommt nur ins Parlament, wer seinen Wahlkreis gewinnt. Und diese Entscheidung dürfte in der Mehrzahl der Wahlkreise erst in der Stichwahl in einer Woche, am 18. Juni, fallen. In der Stichwahl stehen sich die beiden Kandidaten gegenüber, die in der ersten Runde die meisten Stimmen bekamen. Vor fünf Jahren etwa wurden nur 36 von 577 Sitzen bereits in der ersten Runde vergeben.

Das System macht es vor allem für kleinere Parteien schwierig, Abgeordnetenmandate zu erringen. Die Rechtspopulisten von der Front National (FN) spielten deshalb bislang trotz zweistelliger Wahlergebnisse kaum eine Rolle im Parlament.

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• Was sagen die Umfragen?

Laut Umfragen liegt das Regierungslager deutlich vorne. Die LREM von Macron und ihre Verbündeten kamen zuletzt auf rund 30 Prozent. Wegen des Mehrheitswahlrechts könnte das Macron-Lager letztlich die Marke von 400 der 577 Abgeordnetenmandate in der Nationalversammlung übertreffen. Der Durchmarsch für den Newcomer Macron wäre perfekt. (W.B./dpa)

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