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Die Emirate sind stolz auf ihre erste Kampfpilotin

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Eine jüngst veröffentlichte Fotoserie zeigt Piloten, die an Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien beteiligt sind. Die PR-Aktion wendet sich auch an Terror-Sympathisanten im eigenen Land. Vor allem eine Kampfpilotin wird als „Lady Liberty“ zur Werbe-Ikone. Die USA brauchen diese Verbündeten.

Abu Dhabi. 

Die Luftangriffe der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Syrien sind von der ersten Kampf-Pilotin des konservativ-islamischen Landes angeführt worden. Mariam al-Mansuri sei hoch qualifiziert und bestens ausgebildet, sagte der Botschafter der Emirate in Washington, Jussif al-Oteiba, dem amerikanischen Fernsehen. Für die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dürfte sie „der schlimmste Alptraum“ sein, kommentierte der US-Sender CNN.

Zuvor hatte der Einsatz der 35-Jährigen in sozialen Medien Aufsehen erregt, wo sie als „Lady Liberty“ gefeiert wurde. Auch die Piloten eines US-Tankflugzeuges zeigten sich erstaunt. Als sie mit dem Flugzeug der Emirate erstmals Kontakt aufnahmen und unerwartet eine weibliche Stimme hörten, verschlug es ihnen die Sprache. „Sie haben 20 Sekunden nichts gesagt“, erzählte der Botschafter der Emirate.

Erst Literatur, dann Pilotenausbildung

Die Pilotin kommt nach Angaben der emiratischen Zeitung „The National“ aus Abu Dhabi, einem der sieben Emirate des Golfstaates, wo die meisten Frauen Kopftuch tragen – so auch Mariam al-Mansuri. Sie träumte schon als Teenager davon, Pilotin zu werden, machte aber zunächst einen Abschluss in englischer Literatur. Als ihr Heimatland schließlich Frauen im Cockpit von Kampfjets zuließ, wurde sie die erste Pilotin der emiratischen Luftwaffe.

Die Fotos und die Geschichte Mariam al-Mansuris wurden ganz offensichtlich nicht zufällig in diesen tagen lanciert. Zumal die Armeen von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine ganze Bilderserie veröffentlicht haben, die Piloten zeigen, die an den Bombenangriffen auf Stellungen des IS im Irak und in Syrien beteiligt sind.

Viele sympathisieren mit IS

Vor allem für die Herrscher in Riad sind die Bilder offenbar wichtig, viele Menschen in Saudi-Arabien sympathisieren mehr oder minder offen mit dem IS. Auch die saudischen Machthaber praktizieren in dem Staat einen streng konservativen Islam. Andersgläubige müssen mit Verfolgung rechnen, in diesem Jahr wurden mehrere Dutzend Menschen geköpft. Mit den Fotos versucht das saudische Königshaus nun anscheinend gegenzusteuern.

Zu den Piloten, die auf den Fotos zu sehen sind, gehört auch Chalid Bin Salman, der Sohn von Kronprinz Salman Bin Abd al-Asis. Nach Angaben aus Riad steuert Prinz Chalid eines von vier Kampfflugzeugen vom Typ „Tornado“ IDS, die an dem Einsatz gegen den „Islamischen Staat“ beteiligt sind.

„Ein starkes Bündnis“

Die USA hatten großen Wert darauf gelegt, dass sie bei ihren Angriffen auf IS-Stellungen in Syrien von arabischen Nachbarstaaten des Bürgerkriegsladen unterstützt wurden. Auf einen weiteren einsamen Krieg auf arabischem Boden gegen muslimische Extremisten wollte sich Washington auf keinen Fall einlassen. Nach den ersten amerikanischen Luftangriffen hatte US-Präsident Barack Obama überschwänglich den Beitrag der arabischen Staaten gelobt. Er nannte die Militärkooperation „ein starkes Bündnis“, das der Welt zeige, „dass dies nicht alleine der Krieg Amerikas ist“.